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Kolumne: Im Silicon Valley wird Scheitern gefeiert - Failure ist gut - wirklich?

Donnerstag, 18. Mai 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Schon öfters habe ich Gespräche geführt wie heute. Es ging um Kulturunterschiede, die sich auf Innovationserfolge von Unternehmen auswirken. Weil in Ländern wie der Schweiz und Deutschland die Angst vorm Scheitern leicht verhindere, überhaupt etwas Neues und Riskantes anzupacken, würden sie gegenüber den USA und insbesondere dem Silicon Valley ins Hintertreffen geraten. Bei uns würden Fehlleistungen geächtet, während dort Failure nicht als Schande gilt, sondern als Erfahrungszuwachs wertgeschätzt und sogar gefeiert wird.

Das hört man an jeder Konferenz zu Digital Transformation in mindestens einem Vortrag und die Firmen werden beschworen, eine positive Fehlerkultur zu entwickeln. So einfach ist es mit dem Scheitern aber nicht, finde ich; es kommt mir wie leichtfertig dahingeplappert vor. Was halten Sie von folgenden zwei Thesen:


1. Nicht das Scheitern wird belohnt, sondern wie Personen damit umgehen.

Der Selektionsprozess bei Start-ups im Silicon Valley ist systematisch und rigoros. Wer Venture Capitalists nicht überzeugt, erhält keine Finanzierung. Wer die Ziele und Fristen, zahlende Kunden zu finden und/oder zu wachsen verfehlt, muss aufgeben. Fühlt sich nun dieses Scheitern mit dem eigenen Start-up nach persönlichem Erfolg an? Ist man dann die Karriereleiter hinaufgeklettert? Das gilt m.E. nur für wenige. Viele, die hoffnungsvoll ins gelobte Land Silicon Valley gekommenen sind, gehen stillschweigend wieder nach Hause. Nur wer es vielleicht schon vorher mit einer anderen Geschäftsidee geschafft hat oder die, welche nach ihrem Start-up-Misserfolg bleiben und es hartnäckig und optimistisch weiter versuchen, sind die für ihr „Failure“ Gelobten und Hofierten. Denn das sind, wie natürlich herausgefiltert, Persönlichkeitstypen mit hoher Resilienz. Solche Menschen reagieren auf Rückschläge und Enttäuschungen gestärkt, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Gesundheit erhalten, ist hoch. Und das ist schliesslich eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreich die Herausforderungen eines Start-up-Weges zu bestehen. So gesehen wird nicht das Scheitern an sich, sondern diese bestimmte Persönlichkeit und Reaktion auf das Scheitern für gut befunden.

 

2. Nicht das Scheitern wird gefeiert, sondern der Mut zu Moonshots.

Im Astro Tellers TED-Talk „The unexpected benefit of celebrating failure“ wird klar, warum Leute bei X, der Moonshot Factory, umarmt und beglückwünscht werden, ja sogar einen Bonus und Beförderungen bekommen, wenn sie ihr Projekt für gescheitert erklären. Ähnliches habe ich auch Sebastian Thrun sagen hören, der Google X gründete, nun Udacity vorantreibt und nebenbei als CEO von Kitty Hawk am fliegenden Auto arbeitet. Im Dokumentarfilm „Leben im Silicon Valley – Hightech oder Hölle?“ sagte er sinngemäss: Wir feiern mit der teuersten Flasche Champagner, wenn jemand mit einem Vorhaben gescheitert ist, das sogar die Existenz der Firma hätte bedrohen können. Für ihn ist Furchtlosigkeit ein hoher Wert: „If you celebrate your failures really well, and if you get to the motto and say, 'Wow, I failed, I tried, I was wrong, I learned something,' then you realize you have no fear, and when your fear goes away, you can move the world”.

Was hören wir diese Leader da sagen? Der Applaus gilt nicht dem Scheitern, sondern dem Mut und grenzenlosen Optimismus, der gebraucht wird und den Ihre Mitarbeitenden aufbringen, überhaupt die „big, risky, audacious, bold ideas“, um die es in Silicon Valley vielfach geht, als Projekte anzugehen. Generell Scheitern zu feiern und dazu zu ermuntern, das ist nicht die Botschaft. Aber im Fall, dass man die “Can do”-Haltung für diese Vision auf die Spitze treiben will: „We can create the future that is in our dreams“, gehört Scheitern zur Strategie einfach dazu.

 

Bildquelle: http://activistsjourneytolife.blogspot.ch/2015/11/day-906-misunderstanding.html

Kolumne: Nach 2 Büchern vom - und 4 Wochen im Silicon Valley

Dienstag, 18. April 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Vier von meinen sechs Wochen im Silicon Valley sind um. Wie so viele vor und nach mir, will ich mit eigenen Augen sehen und verstehen, was so besonders an diesem Ort ist. Die Tage füllen sich durch Firmen und Events besuchen, Leute treffen und nicht zuletzt mit den zähen Stunden, um vom einen Ort zum anderen zu kommen.

 

Zeit und Musse für Lektüre bleiben kaum. Immerhin zwei Bücher habe ich doch gelesen. Das eine ist der Roman „Kraft“ (2017) von J. Lüscher. Darin geht es um einen deutschen Professor, der für die Vorbereitung seines Konferenzbeitrags an der Stanford Universität 4 Wochen ins Silicon Valley reist. Er will die 1 Million gewinnen, die ein reicher Technologieenthusiast für den besten Vortrag zum Thema „Theodicy and Technodicy: Optimism for a Young Millenium. Why whatever is, is right and why we still can improve it.” ausgelobt hat. Das andere ist ein Fachbuch mit dem selbsterklärenden Titel: „Decoding Silicon Valley: The Insider’s Guide“ (2016) von Messina und Baer. Beide übrigens lesenswert.¨

Was habe ich bislang gelernt? Auf jeden Fall eine Menge Vokabeln: Accelerator, Angel Investor, C-Corp, Company Building, Coworking, Incubator, Life-Style-Business, Pitchen, Product-Market-Fit, Startup-Ecosystem, Venture Capitalist, um nur einige zu nennen. Durch das persönliche Erleben braucht man nicht mal eine Flashcard-Memorizing-App dafür.

 

Von den ersten zwei Wochen stammen Notizen für drei Blogposts. Antwortskizzen auf die Frage, warum alle nach Silicon Valley drängen und warum man dasselbe nicht auch zu Hause erreichen kann. Auf der ersten Notiz steht: Airbnb, Amazon, Apple, Dropbox, Facebook, Google, Oracle, Salesforce, SAP, Tesla, Twitter, Uber, Yahoo, Yelp, Youtube usw. - alle hier. Und dazu Hunderte von Coworking Spaces mit Tausenden von Startups. Die schiere Dichte und Grössenordnung, DAS mit eigenen Augen zu sehen, brennt einem die mächtige Maschinerie des digitalen Fortschritts als unverdrängbar real ein. Zweitens meinte ein Oracle-Engineer (das Software vorm Ingenieur lässt man hier einfach weg), dass die Dekaden an Erfahrung mit Deep Technology im Silicon Valley einfach nicht aufholbar seien. Drittens, erklärte ein Vertreter der Trade Offices von Kanada, seien hier auf engstem Raum „alle“ Unternehmen der Welt versammelt; wenn man z.B. mit Samsung in Korea ins Geschäft kommen möchte, müsse man erst mal gar nicht dorthin, sondern könne hier mit Samsung-Leuten den Kontakt anbahnen. So kurze Wege und unkomplizierte Introductions könne man woanders nicht finden.

 

Ab der dritten Woche wird mir richtig klar, dass es hier ums fabrikmässige Produzieren und globale Ausrollen von Innovation durchs systematische Grossmachen von Startups geht, und natürlich ums Geld, das dabei verdient wird. Sehr eindrücklich, was in einem Videointerview Dr. Teller, der Captain der Moonshot Factory von Alphabet, in weniger als 3 Minuten zum Systematisieren von Innovation, über ein Problem der Academia, sowie zum Lernen, Gewinnen und was es dabei zu Feiern gilt, sagt (Udacity – 1. Highlight: Innovation).

 

Jetzt, in der 4. Woche, ist mir allerdings, als begreife ich gar nichts mehr. So wie im einen Buch der Professor Richard Kraft, der immer wieder auf seine schon in Kinderzeiten gewonnene Erkenntnis „Nichts ist einfach“ zurückgeworfen wird. Wie ich so durch die Strassen und Esslokale von Silicon Valley und San Francisco streife, denke ich, wie schmuddelig und schäbig doch vieles ist; die Infrastruktur sieht grösstenteils nach Entwicklungsland aus; in der Haight Street, wo früher fröhliche Hippies anzutreffen waren, hängen jetzt illusionslose junge Leute und Homeless herum. Ist das die Szenerie eines düsteren SciFi-Films? Wo sind sie denn, all die Milliarden, die hier verdient werden? Das kann doch irgendwie nicht sein, dass dies hier „das Zentrum der Welt, der Motor des Fortschritts, der Inkubator der Zukunft“ (Lüscher, S. 63) ist.

Im Roman kommt es übrigens nicht dazu, dass Kraft seinen Vortrag hält und wir die Antwort auf die Preisfrage erfahren. Es kommt auch für die grosse Mehrzahl der Startups nicht der Moment, wo sie die erhofften Exit-Millionen nach Hause tragen können. Und auch mir dämmert, dass ich in der nächsten Kolumne wohl nicht mit einer Kurz-und-einfach-Antwort zur Eingangsfrage aufwarten kann. 

 

Bildquelle: thehustle.co/silicon-valley-corporation

Kolumne: Leben mit einem Algorithmus als Hausgenosse

Mittwoch, 15. März 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 1 Kommentar

 

Wenn mich jemand nach frühen Kindheitserinnerungen fragt, dann z.B. diese: Spätabends steht mein Vater an der Türschwelle, unangekündigt eine junge Katze auf dem Arm, verschmitzt-schuldbewusster Ausdruck im Gesicht. Ihm gegenüber die Phalanx meiner Oma und meiner Mutter. Es geht laut zu: Niemals käme diese Katze ins Haus!! Und er MIT Katze sicher auch nicht! Was immer in den Minuten und Stunden danach geschah, entzieht sich meiner Erinnerung. Jedenfalls lebten wir fortan mit der Katze – und später kamen noch zwei weitere dazu.

 

Eine ganz ähnliche Szene erlebte ich kürzlich mit meinem Sohn, als er überraschend vor der Tür stand, mit der Google Home auf dem Arm. In mir ein Sturm von entrüsteten Gegenargumenten: So ein Ding kommt MIR nicht ins Haus! Aber nun ist sie doch unser Wohnungsgenosse. Hey Google, Welcome in our home! Und nach und nach kamen noch weitere smarte Dinge dazu, wie vernetzte Glühbirnen.

 

Wie lebt es sich also damit, mit einem Algorithmus der physisch als Lautsprechervase daher kommt?

  • Man nimmt neue Gewohnheiten an:
    Einkaufszettel auf Papier schreiben oder in die Bring-App tippen – braucht es nicht mehr: Hey Google, add chocolate to my shopping list! Und schon steht es sowohl bei mir als auch bei meinem Sohn auf dem Handy in der Notiz-App.
    Die Eieruhr in der Küche ist nur noch Designobjekt – ich benutze sie nicht mehr: Hey Google, set timer to 12 minutes! Hey Google, stop timer!
    Meine CD-Sammlung wird nicht mehr bewegt – die Hüllen nehmen nur noch Platz im Schrank weg. Ohne dieses Sprachinterface hätte ich Spotify wohl nicht benutzt, aber Wunschkonzert zu Hause ist sehr praktisch: Hey Google, play Cat Stevens in the living room!
    Und die Lichtschalter hat mein Sohn – übergangsweise  mit „Rühr-mich-nicht-an-Post-it“ beklebt, dann seit neuestem brauche ich nur sagen: Hey Google, turn kitchen lights to 40%. Hey Google, shut off kitchen lights. Hey Google, turn on bedroom light!
     
  • Das Ding weckt den Spieltrieb und man gewinnt es lieb:
    Ich fange an, mir Fragen auszudenken, um herauszufinden, ob die Algorithmus-Entwickler daran gedacht haben. Zum Beispiel: Hey Google, I feel so bored? Oder: Hey Google, do you ever get tired? Meist sagt sie dann "Sorry, da kann ich nicht weiterhelfen", aber manchmal auch nicht und man lacht dann über die Reaktion. Leute die viel allein sind, sprechen ja manchmal laut vor sich her – daran musste ich denken, als mir neulich bewusst wurde, dass ich an einem Abend allein zu Hause anfing, dieses Ding mit Fragen zu bombardieren und wie einen Gesprächspartner behandelt habe. Das fühlte sich gar nicht nach Sci-fi-Horror an, sondern kann Spass machen.

Last, not least: Folgende Frage drängt sich mir schon nach wenigen Wochen auf: Verändert man dadurch auch sein Wesen?
Jeden Tag sehen wir, was das Smartphone aus uns gemacht hat, gerade was unser Kommunikationsverhalten angeht. Wenn man von der „Heads-down-Generation“ spricht, weiss jeder sofort, was gemeint ist. Dass Sprachinterfaces wie die Google Home oder die Alexa von Amazon einen Siegeszug als Alltagstechnologie antreten werden, das ist wohl ziemlich sicher. Wie wird man dann zu dieser Nutzergeneration sagen? Sie haben es beim Lesen sicher schon gespürt: Man gibt den ganzen Tag nur Anweisungen – im Befehlston: Hey du! Mach mal. Wenn dieses Sprechen unsere Kommunikationskultur überlagert, dann geht es im Alltag bald zu wie auf dem Kasernenhof. Welcome „Bossing-around-Generation“.

 

Bildquelle: Vector Open Stock

Kolumne: Konferenzticker - mit Nichtgetwittertem

Mittwoch, 15. Februar 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

Heute endet meine vor einem Jahr begonnene Aufgabe als Social Media Chair der Wirtschaftsinformatik-Tagung #wi2017. Drei Beobachtungen von drei Tagen Konferenz in St.Gallen haben nicht in einen 140-Zeichen-Tweet @wi_2017 gepasst. Sie finden sich deshalb hier in der Kolumne.

 

1. Tag - Eröffnung. Fast 800 Teilnehmende werden es am Ende sein. Davon sind erstaunlich viele schon zur Eröffnung da. Mein Blick schweift umher und für einen Moment blitzt der Gedanke auf: Ob das eine Versammlung der „Grauen Herren“ aus Michael Endes Buch wird? Die Szene ist nämlich von Schwarz, Grau und Dunkelblau bestimmt, obwohl mit Studierenden und Doktoranden so viele junge Leute dabei sind. Aber die fröhlichen Gesichter und die aufgeweckte Stimmung wischen diesen Eindruck weg. Trotzdem, am nächsten Tag vorm Kleiderschrank greife ich entschlossen zur strahlend roten Bluse. 

2. Tag – Zusammenfassung des Vortages: Wenn Wirtschaftsinformatiker eine Konferenz veranstalten, dann werden digitaltechnisch alle Register gezogen. Während die Papiermenge auf nahezu null reduziert war, fällt die Menge von Bit&Bytes für Bildmaterial geradezu gigantisch aus. Zudem werden sich TV-Professionals, wenn sie sich auf dem Youtube Kanal mit der Konferenzdokumentation umschauen, erstaunt die Augen reiben, was das Amateur- Mediateam da geleistet hat. Das designierte Filmteam nutzte Top-Tech-Videoausrüstung; die Konferenzbesucher Alltagstech-Kameras. Einer hat sein Smartphone auch zum Filmen und Video-Twittern eingesetzt, z.B. hat er die Keynote des SAP-CEO Thomas Saueressig festgehalten:

Das geht mit periscope.tv, auch für mich eine Neuentdeckung – Danke! Diesem Lighthouse User.

Nun, in welche dieser Videos habe ich während der Konferenztage reingeschaut? In diese „Enduser-generated low-tech“-Videos habe ich genauso oft reingesehen wie in die aufwendigen Hochglanz-Videos. Ist doch bemerkenswertes Nutzerverhalten: Die Autoritätsdistanz zwischen dem Perfekten und dem, was sich aus dem Handgelenk machen lässt, scheint es in dem Kontext nicht zu geben, sprich auch mit wenig Mitteln ist Nützliches machbar. 

 

2. und 3. Tag: Vollbetrieb. Obwohl die Teilnehmenden fleissig gepostet und so das Online-Gespräch übernommen haben, wollte ich als Social Media Chair auch weiter rege beitragen. Aber während der Veranstaltung zuhören, schauen, netzwerken und gleichzeitig darüber twittern - geht denn das? Ich zumindest beherrsche dieses Multitasking nicht. Ähnlich einer Biopause musste ich austreten (mental jedenfalls), während ich einen Beitrag verfasste. Die Tweets erschienen dann vor den Räumen auf grossen Infobildschirmen - auch deren Gestaltung eine technische Top-Leistung. Ein Screen war wie vier Screens, davon drei mit bewegten Inhalten: Video-Fenster, Tweet-Stream und aktuelles Programm.

 

 

Diese Bewegung zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich, und so hatte ich noch eine weitere mentale Biopause. Natürlich ist so ein Infoscreen nützlich, das zeigten die vielen, die davor stehen blieben. Aber es zeigt auch, wie unsere Wahrnehmung mit immer mehr Informationen in Beschlag genommen wird. Ein sehenswertes Extremszenario, wohin das führen kann, veranschaulicht der Künstler Matsuda im Kurzfilm „Hyperreality“. Da wohl kein User das so will, bin ich beruhigt: Wir werden noch lange Konferenzen mit Menschen zum Anfassen und unverstellt in die Augen schauen haben. Super schön war die Tagung – gerade auch das Nicht-Digitale. 

Kolumne: NoPhone - Stone Phone - Schoko-Phone

Donnerstag, 15. Dezember 2016
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 1 Kommentar

Ist man nur süchtig oder sogar versklavt, wenn man sein Smartphone niemals abschalten kann? Was für eine Suggestivfrage. Die meisten werden sagen, das Ding ist nun mal ein nützlicher Alltagsgegenstand und dass sie sich brav an die Handy-Benimmregeln halten. 

Trotzdem drängt sich gerade um die Weihnachtszeit der Gedanke auf, dass man es ja mal probieren könnte, mit dem Weglegen. Diese Tage sind ohnehin von Nostalgie geprägt, und überhaupt soll sich der Jahreswechsel wie eine Auszeit anfühlen. Also los. Den Off-Knopf drücken – und so lassen! Ob das gelingen kann, wo es doch keine Regel ohne Ausnahme gibt? Dann lieber die Ausnahmen gleich mit einplanen. Zum Beispiel indem man sich nur eine Akkuladung für ganze drei Tage gönnt. Das allerdings dürfte so ausgehen wie Fastenvorsätze für die Festtage.

 

Aber so leicht wollen wir nicht aufgeben, denn es gibt da ein paar gute Ideen, sich wirksam auszutricksen. Die Aktionskünstler Sheldon und Gould haben das NoPhone und dann das Nachfolgemodell NoPhone Air entwickelt. Man hat damit ein Smartphone in der Hand, das absolut nichts kann, weder Internet noch Telefonie noch Sensoren. Dafür, heisst es, bekommt man echte Freunde und mehr Aufmerksamkeit. Wem das zu viel „heisse Luft“ ist, der auf ein gewichtigeres Handy aus Stein zurückgreifen. Der Schweizer Künstler Horst Bohnet hat das iStone designt, und so gut verkauft, dass die Auflage vergriffen ist. Was nun - selber machen vielleicht?

 

Mit 3D-Druckern müsste so etwas heutzutage doch gehen. Da Adventszeit ist, denke ich an Schokolade. Und sieh an, es gibt 3D-Drucker für Schoggi. Nur finde ich kein Design für ein Schoko-Phone im 3D-Print Marktplatz Shapeways. Gut, dass mir einfällt, was ich neulich beim Italienischen Konditor in meiner Nachbarschaft gesehen habe. Lebkuchen – oder war es Nougat? – im Smartphone-Format. Der Touchscreen ist ein Mock-up aus Esspapier; die App-Icons sind vom Zuckerdrucker aufgebracht. Das ist cool, könnte ich doch ein Bildschirmfoto von meinem Homescreen machen und als Vorlage hinschicken. Und wenn es Zeit für das neueste Modell ist, kann man das alte Handy rückstandsfrei entsorgen – einfach reinbeissen. Schauen Sie sich doch auch mal um – bei Ihnen gibt es bestimmt ebenfalls einen Confiseur mit Zuckerdrucker für Ihr personalisiertes Schoko-Phone. 

 

Bildquelle: http://www.i-stone.ch/

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Prof. Dr. Andrea Back

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