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Schneller Lesen mit „Spritzing“

Donnerstag, 6. März 2014
von Andrea Back in der Kategorie Mobile Business | 1 Kommentar

Das Bostoner Startup Spritz hat sich zum Ziel gesetzt, die Art wie Menschen lesen, zu verändern und vor allem zu beschleunigen. Während man traditionell beim Lesen den Text Wort für Wort sowie zeilen- und absatzweise durchgeht, wird beim „Spritzing“ ein Wort nach dem anderen, ausgerichtet an einer Achse, eingeblendet. Damit ist es möglich, deutlich schneller zu lesen, denn die meiste Zeit verbringen wir nicht mit der Verarbeitung von Inhalten, sondern mit der Augenbewegung von Wort zu Wort und von Zeile zu Zeile. Ein durchschnittlicher Leser kommt so auf ca. 220 Wörter pro Minute. Auf der Website von Spritz kann man das Spritzing in unterschiedlichen Sprachen und Geschwindigkeiten ausprobieren.

 

Der Selbstversuch zeigt dabei gleich – Spritzing ist schnell zu lernen und einen Text mit einer Geschwindigkeit von 500 Wörtern pro Minute zu erfassen, funktioniert auf Anhieb. Allerdings ist es bei der hohen Geschwindigkeit zunehmend schwierig zu blinzeln, da man kein Wort verpassen will. Eine Pause-Funktion gibt es leider noch nicht. So ertappt man sich, wie man mit weit aufgerissenen Augen vor dem Bildschirm sitzt und auf die Achse starrt. Für kurze Texte ist dies kein Problem, bei längeren Texten ist es allerdings sehr anstrengend.

Beim Spritzing ist es auch nicht möglich, einen Text passagenweise zu scannen und nur einzelne Absätze intensiver zu lesen, also z.B. nur den Abstract zu lesen und den Rest des Textes nur zu überfliegen, bis man zu einem Punkt kommt, den man intensiver lesen möchte. Diese Art der Texterfassung und des Überblicks ist mit Spritz nicht gegeben. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten durch typographische Hervorhebungen fehlen komplett.

 

Die Stärke von Spritz zeigt sich aber, wenn man an Geräte mit sehr kleinen Displays denkt, beispielsweise Smartwatches oder Fitbands. Hier ist es aktuell nicht möglich, grössere Textmengen anzuzeigen oder im Netz zu surfen. Spritzing löst dieses Problem auf sehr vielversprechende Art und Weise. Eine Revolution des Lesens wird Spritz wohl nicht einleiten, aber eine spannende Lösung für bestimmte Geräte oder für spezielle Anwendungsfälle ist es allemal. Man darf also gespannt sein, welche Geräte zukünftig Spritz nutzen werden.

Kleine Innovation - grosse Wirkung

Mittwoch, 5. März 2014
von Andrea Back in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Artikelbild "iPhone Mobile Payment 100 Euro" von Monty Metzger, lizenziert unter CC BY-NC-ND 2.0

 

Martin Weigert von Netzwertig beschreibt in diesem Artikel, wie er bei Verlust seiner Kreditkarte die Geoblocking-Funktion nutzen konnte, um die Karte für bestimmte Regionen und Transaktionen zu sperren. Sehr gut nachvollziehbar ist die Beschreibung seiner Erleichterung – über das mobile Endgerät kann er sich selbst helfen und ist nicht auf Hotlines angewiesen. Kleine Innovationen wie das Sperren von Bankkartenarten über mobile Interfaces oder SMS-Bestätigungen von Abbuchungen machen Mobile Banking angenehmer und sicherer für die Benutzer.

Unsere Linktipps im März

Montag, 3. März 2014
von Andrea Back in der Kategorie Leseempfehlungen | 0 Kommentare

Conserve the sound

Keine Lese-, sondern ausnahmsweise eine Hörempfehlung: Die Plattform "Conserve the sound" konserviert aussterbende Geräusche. Für alle, die sich erinnern möchten, wie eine Wählscheibe oder ein Kassettenrecorder klingt.

 

Wie das Internet den Menschen verändert

Eine Zusammenfassung der Auswirkungen der Digitalisierung.

 

Das Armband der Neelie Kroes

Frank Schirrmacher schreibt in der FAZ über die gesellschaftlichen Folgen der Selbstquantifizierung.

 

Warum Online Lernen (noch) nicht funktioniert

Todd Tauber erklärt die Gründe, warum Teilnehmer von MOOCs häufig Kurse nicht zu Ende bringen.

Kolumne: Digitales Spiegelkabinett

Dienstag, 11. Februar 2014
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Artikelbild "Mirror Box 1" von Adam Bowie, lizenziert unter CC BY-NC-SA 2.0

 

Bei Zürich gibt es einen Militärflugplatz, für den andere Nutzungen gesucht werden. Der Think-Tank "Denk-Allmend" hat Ideen dafür gesammelt. Den 2. Preis gewann das Projekt "Ein Moment der Klarheit". Dessen Vorschlag ist, das gesamte Flugplatzareal mit einem Spiegel auszulegen, der den Himmel auf den Boden und in den Blick holt. Mir drängte sich sofort der Gedanke auf: Ist doch erstaunlich, wie Kunstideen den Zeitgeist zum Ausdruck bringen. Denn mir scheint aktueller Zeitgeist zu sein, dass es immer mehr Apps gibt, mit denen wir uns den Spiegel für verschiedene Facetten unseres Lebens vorhalten können.

 

Da ist zum Beispiel die Privacy-Awareness-App, die uns Klarheit darüber verschafft, wie wir im Spiegel von Facebook aussehen. Man logged sich mit seinem Account ein, und in wenigen Sekunden bekommt man die Zusammenstellung "What Facebook shares about you". Die Anwendung fragt die elektronischen Schnittstellen ab, über die Nutzerdaten an zahlende Kunden weiterleitet werden (vgl. FAZ "Falle Facebook", 4.2.14, S. 31). Ich nutze dieses soziale Netzwerk zu wenig, um mich mit dieser Auswertung richtig zu erschrecken; bei Vielnutzern ist das Ergebnis bestimmt effektvoller.

 

Aber man muss gar nicht in Facebook klicken und posten, um im digitalen Spiegelkabinett mit unterwegs zu sein. Gerade habe ich die Anwendung Rescue Time installiert. Sie schaut mir beim Arbeiten am Computer laufend auf die Finger und zeichnet auf, wieviel Zeit ich in diversen Websites, in Social Media und mit anderen Programmen verbringe. Am Ende der Woche kommt dann der zusammenfassende Bericht und die Stunde der Wahrheit: Wo war die Zeit produktiv eingesetzt und wo vielleicht eher verplempert? Vermutlich erwartet mich ein heilsamer Schock, wenn meine E-Mail-Zeit um ein Vielfaches höher ausfällt als geschätzt - vielleicht setze ich dann den Vorsatz um, die E-Mailbearbeitung auf feste Zeiten zu beschränken.

 

Wo ich nun freudig darauf gespannt bin, meine geistigen Arbeitsplatz-Workouts im Performance-Dashboard zu betrachten, fehlt ergänzend noch, dass ich mein digitales Fitness-Ich in den Blick nehme. Das Monitoring von körperlichen Betätigungen ist technisch ja kein Problem. Mit Fitness-Armbändern und Konsorten lassen sich Laufleistung, Gewicht, Schlafverlauf und vieles mehr leicht aufzeichnen. Eine der weitestgehenden Anwendungen dafür ist Dacadoo, mit der man seinen Health-Score kontinuierlich monitoren kann. Als ich mir diesen Dienst näher angeschaut habe, wurde mir ziemlich unheimlich zumute. Dessen Nutzern wünsche ich einen "Moment der Klarheit", der ganz ohne digitalen Spiegel auskommt und sie ihn zur Seite legen lässt.

Bloggerin

 

 

Prof. Dr. Andrea Back

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