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Kolumne: Digitales Spiegelkabinett

Dienstag, 11. Februar 2014
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Artikelbild "Mirror Box 1" von Adam Bowie, lizenziert unter CC BY-NC-SA 2.0

 

Bei Zürich gibt es einen Militärflugplatz, für den andere Nutzungen gesucht werden. Der Think-Tank "Denk-Allmend" hat Ideen dafür gesammelt. Den 2. Preis gewann das Projekt "Ein Moment der Klarheit". Dessen Vorschlag ist, das gesamte Flugplatzareal mit einem Spiegel auszulegen, der den Himmel auf den Boden und in den Blick holt. Mir drängte sich sofort der Gedanke auf: Ist doch erstaunlich, wie Kunstideen den Zeitgeist zum Ausdruck bringen. Denn mir scheint aktueller Zeitgeist zu sein, dass es immer mehr Apps gibt, mit denen wir uns den Spiegel für verschiedene Facetten unseres Lebens vorhalten können.

 

Da ist zum Beispiel die Privacy-Awareness-App, die uns Klarheit darüber verschafft, wie wir im Spiegel von Facebook aussehen. Man logged sich mit seinem Account ein, und in wenigen Sekunden bekommt man die Zusammenstellung "What Facebook shares about you". Die Anwendung fragt die elektronischen Schnittstellen ab, über die Nutzerdaten an zahlende Kunden weiterleitet werden (vgl. FAZ "Falle Facebook", 4.2.14, S. 31). Ich nutze dieses soziale Netzwerk zu wenig, um mich mit dieser Auswertung richtig zu erschrecken; bei Vielnutzern ist das Ergebnis bestimmt effektvoller.

 

Aber man muss gar nicht in Facebook klicken und posten, um im digitalen Spiegelkabinett mit unterwegs zu sein. Gerade habe ich die Anwendung Rescue Time installiert. Sie schaut mir beim Arbeiten am Computer laufend auf die Finger und zeichnet auf, wieviel Zeit ich in diversen Websites, in Social Media und mit anderen Programmen verbringe. Am Ende der Woche kommt dann der zusammenfassende Bericht und die Stunde der Wahrheit: Wo war die Zeit produktiv eingesetzt und wo vielleicht eher verplempert? Vermutlich erwartet mich ein heilsamer Schock, wenn meine E-Mail-Zeit um ein Vielfaches höher ausfällt als geschätzt - vielleicht setze ich dann den Vorsatz um, die E-Mailbearbeitung auf feste Zeiten zu beschränken.

 

Wo ich nun freudig darauf gespannt bin, meine geistigen Arbeitsplatz-Workouts im Performance-Dashboard zu betrachten, fehlt ergänzend noch, dass ich mein digitales Fitness-Ich in den Blick nehme. Das Monitoring von körperlichen Betätigungen ist technisch ja kein Problem. Mit Fitness-Armbändern und Konsorten lassen sich Laufleistung, Gewicht, Schlafverlauf und vieles mehr leicht aufzeichnen. Eine der weitestgehenden Anwendungen dafür ist Dacadoo, mit der man seinen Health-Score kontinuierlich monitoren kann. Als ich mir diesen Dienst näher angeschaut habe, wurde mir ziemlich unheimlich zumute. Dessen Nutzern wünsche ich einen "Moment der Klarheit", der ganz ohne digitalen Spiegel auskommt und sie ihn zur Seite legen lässt.

TED Ed – Lektionen aus Youtube und TED

Montag, 10. Februar 2014
von Andrea Back in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

 

Artikelbild "Rocket Talk" von User Steve Jurvetson, lizenziert unter CC BY 2.0

 

Youtube Videos sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch Anleitung für alltägliche Fragestellungen: Wie binde ich eine Krawatte? 3.390 Treffer. Wie bereite ich die perfekte Lasagne zu? 5.660 Treffer. Wie erstelle ich ein Blog? Über 650.000 Videoanleitungen zeigen einem, wie man es mit verschiedenen Plattformen am besten anstellt.

 

Auch die TED Konferenz (Technology, Entertainment, Design) stellt seit Jahren die Videos der Konferenzbeiträge kostenlos zur Verfügung. Die Vorträge sind maximal 18 Minuten lang und daher leicht zu konsumieren. Die Themen reichen von Naturwissenschaften und Technologie bis hin zu Psychologie und Design.

 

TED Ed bietet schon seit Frühjahr 2012 allen Nutzern die Möglichkeit, das Wissen, das in Youtube und TED steckt, für eigene Unterrichtseinheiten zu nutzen. Dabei kann jeder sowohl als Produzent als auch als Konsument auftreten.

Eine eigene Lektion zu erstellen, ist recht einfach: Man sucht das gewünschte Video und ergänzt eine Einleitung dazu. Ausserdem kann man zusätzliche Ressourcen verlinken, Multiple-Choice-Fragen stellen und eine Diskussion moderieren.

 

Jeder hat Zugang zum gesamten Pool an Wissen. Serien stellen eine ganze Reihe von Lektionen zu einem bestimmten Thema zusammen. So hat man die Wahl, was und in welcher Tiefe man studieren möchte. Beispielsweise lernt man während der Zugfahrt nach Hause auf dem iPhone, warum Glas durchsichtig ist oder man arbeitet sich an einem Wochenende in die Mathematik im Alltag ein.

 

Um die Videos noch besser im tatsächlichen Unterricht in Schule oder Universität nutzbar zu machen, gibt es auf dem TED Ed Youtube Kanal ausgewählte und noch einmal gekürzte Videos von ca. drei bis vier Minuten. Häufig zeigen diese Videos eher Animationen als einen einzelnen Vortragenden, so dass sie leicht in eine Unterrichtseinheit eingebunden werden können.

 

(Artikelbild "Rocket Talk" von Steve Jurvetson, lizenziert unter CC BY 2.0)

Unsere Linktipps im Februar

Sonntag, 9. Februar 2014
von Andrea Back in der Kategorie Leseempfehlungen | 0 Kommentare

Digital Lifestyle Tracker - Inspiration von der CES in Las Vegas

Dienstag, 4. Februar 2014
von Andrea Back in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Im Januar fand in Las Vegas die alljährliche Consumer Electronics Show, kurz CES, statt. Hier präsentieren Anbieter der Unterhaltungselektronik die neuesten Produktentwicklungen der Öffentlichkeit. Die CES ist für alle Tech-Fans die Inspirationsquelle für neue Gadgets. Wer sich einen Überblick über die spannendsten Geräte verschaffen möchte, für den hat Engadget eine Liste der vielversprechendsten Innovationen veröffentlicht.

 

Bild "Sony Smartband" von User Rob Pegoraro, lizenziert unter CC BY-NC-SA 2.0

 

Was uns besonders aufgefallen ist – unter den präsentierten Geräten befinden sich viele „Digitale Lifestyle Tracker“. Armbänder, wie Nike+  Fuelband oder Fitbit Flex, die alle Bewegungen tracken und eine Übersicht über die tägliche Bewegung sowie den Kalorienverbrauch geben, sind mittlerweile weit verbreitet. Neu hinzugekommen ist der Ansatz, dass einerseits der Nutzer dabei unterstützt werden soll, sein Verhalten auf Basis der rückgemeldeten Daten zu verändern und andererseits, dass weitere Aspekte, wie Kommunikationsdaten oder Social Media eingebunden werden. Das Tracking-Armband gewinnt weitere Funktionen hinzu und entwickelt sich vom Armband hin zur Smartwatch.

 

Beispielsweise wurde auf der CES 2014 das Razer Nabu angekündigt. Es ist nicht nur Bewegungszähler, sondern verfügt über ein kleines Display, in dem es Benachrichtigungen über Anrufe oder SMS anzeigt. Über einfache Gesten kann das Razer Nabu bedient werden. So verspricht es, den Nutzer unaufdringlich auf dem Laufenden zu halten, ohne zu stören, wenn man z.B. Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Ausserdem kann der Nutzer mit dem Razer Nabu Daten von Armband zu Armband austauschen – also die Kontaktdaten direkt beim Händeschütteln übertragen.

 

 

Das Video zeigt, dass in Zukunft das Armband viele Funktionen übernimmt, die sich heute auf dem Smartphone befinden. Einerseits ist der Blick auf das Handgelenk unauffälliger, als beim Essen das Smartphone hervorzukramen. Andererseits wird hier ein Bild gezeichnet, dass das „Tracking Prinzip“ von körperlichen Aktivitäten auch auf andere Bereiche ausgedehnt wird.

 

Die gesammelten Daten sollen den Nutzer anregen, seine „schlechten“ Gewohnheiten zu ändern und sich Ziele zu setzen. Diese können dann, über Plattformen wie dacadoo ausgewertet werden. Dacadoo sammelt Daten von verschiedenen Geräten und berechnet daraus den persönlichen „Health Score“ für jeden Nutzer. Angefangen von Daten über sportliche Aktivitäten bis hin zu Ernährung und Schlaf können alle Daten automatisch oder manuell erfasst werden. Über Gamification Mechnismen versucht dacadoo, die Nutzer anzuregen, aktiv zu werden und sie zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren.

 

 

Eine solche Plattform macht nur Sinn, wenn diese tatsächlich mit automatisch getrackten Daten befüllt wird. Über kurz oder lang wird niemand gerne ein Protokoll über die tägliche Bewegung, Kalorienzufuhr oder Schlaf führen.

Aktuell werden Health-Tracker fast ausschliesslich von Sportlern verwendet, die damit konkrete Trainingsziele verfolgen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern diese Geräte tatsächlich auch von der breiten Masse als „Lifestyle“ Tracker akzeptiert werden. Dazu müssen sie den Nutzern einen konkreten Mehrwert bieten, der so gross ist, dass Nutzer bereitwillig für gewisse Daten Transparenz einräumen.

Bloggerin

 

 

Prof. Dr. Andrea Back

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