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Lernen mit Youtube

Freitag, 13. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Vor rund 10 Jahren nahm das Videoportal seinen Betrieb auf. Damals ahnte wohl niemand, welches Phänomen sich daraus entwickeln würde.

 

Dieser Tage findet man auf Youtube Videos zu wohl allen Lebenslagen. Mit über 300 Stunden Video, welche pro Minute hochgeladen werden ist dies auch nicht weiter schwierig.

 

Tatsächlich lässt sich Youtube auch zu Schulungszwecken immer mehr sinnvoll anwenden. Verschiedenste Sachverhalte werden da –z.T. von ausgewiesenen Fachkräften– erklärt und gratis zur Verfügung gestellt.

 

Die jüngere Generation wächst mittlerweile praktisch mit Youtube auf. So hat das Portal auch Einzug in die Schulzimmer gehalten.

Die Informationssendung „Einstein“ des schweizerischen Fernsehens zeigte deshalb jüngst in einer Spezialsendung zu Youtube, wie Schüler eines schweizerischen Gymnasiums das Medium Youtube im Unterricht nutzen.

 

Zum einen eignen sie sich Sachverhalte, welche sie im Unterricht behandeln, über das Portal an. Zum anderen produzieren sie auch selbst Tutorials und laden sie hoch – so z.B. eine Anleitung zum Sezieren eines Schweineherzens.

Die Interviews, welche im unten angehängten Video in voller Länge zu sehen sind, zeigen aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler einen durchaus kritischen Zugang zum Lernen mit Youtube haben.

 

So wird die mangelnde Tiefgründigkeit verschiedener Lehrvideos genannt, welche dazu führt, dass viele Videos lediglich zum ersten Einstieg in ein Thema nutzbar sind. Andererseits wird bei der „aktiven“ Nutzung (d.h. der Erstellung eigener Videos) von den Schülerinnen und Schülern angemerkt, dass der Lerneffekt nicht unbedingt beim Inhalt des Videos der Grösste ist. Vielmehr –so ein Schüler des gefilmten Zuger Gymnasiums– lerne man vor allem im Bereich der Videobearbeitung am Meisten. Es sind also vor allem die technischen Fertigkeiten, welche von der eigenen Gestaltung eines Videos profitieren.

 

Es ist deshalb wichtig, falls Youtube als Lernmedium eingesetzt wird ein hohes Mass an kritischer Reflexion dabei stets im Hinterkopf zu behalten.

 

Artikelbild "Youtube" von Rego Korosi, lizenziert unter CC BY-SA 2.0.

 

Verbreitung von mobilen Bezahlsystemen

Donnerstag, 12. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Mobile Business | 1 Kommentar

In der letzten Ausgabe berichteten wir unter anderem über ApplePay. Die Frage nach der möglichen zukünftigen Verbreitung von ApplePay und ähnlichen Bezahlsystemen (Mobile Payment Systems, M-Payment-Systeme) haben wir da aber offen gelassen.

 

Nun bringt eine Bachelor-Arbeit an unserem Institut und betreut durch Prof. Dr. A. Back neue Erkenntnisse darüber. Michael Müller erforscht in seiner Untersuchung die Ursachen und Gründe wie sich mobile Bezahlsysteme (Mobile Payment Systems) verbreiten.

 

Unter anderem kommt er in seiner Studie zum Schluss, dass vor allem die sog. Kompatibilität (compatibility) eine relevante erklärende Variable für die Bereitschaft ein mobiles Bezahlsystem zu benutzen entscheidend ist. Mit dem Begriff „Kompatibilität“ meint er dabei das Ausmass, in welchem das mobile Bezahlsystem mit der Lebensart und  der Art des Einkaufens des Benutzers übereinstimmt. Weiterhin scheint das rezipierte Risiko einen negativen Effekt auf die Bereitschaft ein solches System zu nutzen zu haben. Interessanterweise kommt es auf die Bedienungsfreundlichkeit und die Nützlichkeit eines M-Payment-Systems kaum an – Müller findet dazu in seiner Studie keine signifikanten Ergebnisse.

 

Die vom Benutzer wahrgenommene Verbreitung eines bestimmten Mobile Payment Systems hat anscheinend auch einen Einfluss auf die Bereitschaft ein solches zu benutzen. Der Zusammenhang ist gemäss Müller allerdings nicht direkt sondern indirekt, indem die Verbreitung auf die Variable der Kompatibilität einwirkt. Oder anders gesagt: wird ein M-Payment-System mehr genutzt, so wird es Teil der Lebensart der potenziellen Benutzer, was wiederum ihre Bereitschaft erhöht solche Systeme in Gebrauch zu nehmen. Ebenso beeinflusst die Verbreitung von mobilen Bezahlsystemen die vom Benutzer wahrgenommene Nützlichkeit und die wahrgenommene Benutzungsfreundlichkeit.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich durchaus praxisrelevante Erkenntnisse für den Einsatz von M-Payment-Systemen gewinnen, welche Müller ebenfalls in seiner Arbeit formuliert.

 

Anbieter und Hersteller von M-Payment-Systemen sollten bei der Entwicklung und Verbreitung auf die Lebensart, d.h. den sozialen Kontext der potenziellen Kunden achten und ihn in die Entscheidungen mit einbeziehen. Weiterhin, so Müller, sollte auch immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Verbreitung einen Einfluss auf die wahrgenommene Benutzungsfreundlichkeit hat.

 

Michael Müllers Studie lässt für die Verbreitung von Paymentsystemen meiner Meinung nach eine wichtigen Schluss zu: Da de Kompatibilität einen grossen Einfluss auf die Verbreitung bzw. die Bereitschaft zur Nutzung hat, wird sich die Verbeitung in verschiedenen Ländern unterschiedlich entwickeln - ähnlich zu der Verbreitung von Kreditkartentransaktionen, bei welchen z.B. Schweden seit längerem schon die Nase vorne hat.

 

Artikelbild "Mobile Payment" von Besugo, lizenziert unter CC BY-SA 3.0. 

 

Hologrambrillen: Blick in die Zukunft?

Donnerstag, 12. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

 

Vor einigen Wochen hat Microsoft „the next big thing“ angekündigt: Project HoloLens. Bei HoloLens handelt es sich um eine Art Hologrammbrille, mit welcher Inhalte vor das Auge des Benutzers projiziert werden können.

 

Die Idee dahinter ist Folgende. Wenn wir heute mit Computern und anderen Geräten arbeiten, so funktioniert es meistens nach demselben Prinzip: wir tippen mittels Tastatur oder Touchscreen Befehle ein und bekommen den Inhalt auf dem Bildschirm angezeigt. Dies soll sich laut Microsoft mit HoloLens ändern. Die virtuelle und die tatsächliche, physische Realität sollen dank dem Gerät eins werden. Dank ausgefeilter Hologramm-Technologie kreiert das etwas klobig anmutende Gerät eine realistische Illusion für denjenigen, der es trägt. So lässt sich problemlos ein Skype-Gespräch darüber einblenden oder ein Computerspiel direkt in einem Raum darstellen. Die Darstellungen sind sehr plastisch und man erhält das Gefühl, die Objekte fast anfassen zu können. Gesteuert wird das Ganze mit Gesten und Sprachbefehlen, was die Nutzung intuitiv gestalten soll.

 

Das Projekt befindet sich trotz langer Entwicklungsphase noch im Anfangsstadium. Man kann sich aber schon gut vorstellen, welche Möglichkeiten sich – auch im unternehmerischen Kontext – durch solche Geräte eröffnen.

 

Im Bereich des Customer Support beispielsweise könnte eine Hologrammbrille wie HoloLens einen grossen Fortschritt bedeuten. Wenn heutzutage ein Kunde ein Problem mit einem Produkt hat, z.B. nicht weiss wie die Installation seines WiFi-Routerfunktioniert, muss der Anbieter meist einen Techniker vorbeischicken. Würde der Kunde über eine Hologrammbrille verfügen, könnte ein Mitarbeiter ihm Anweisungen über ein Videotelefonat geben und die nötigen Handgriffe mittels Pfeilen und Diagrammen auf der Hologrammbrille des Kunden einzeichnen, so dass dieser direkt vor sich sieht, wie er vorzugehen hat.

 

Doch auch innerhalb von Unternehmen könnte eine Hologrammbrille Veränderungen mit sich bringen. Ich denke da an Modelle von neuen Produkten, die nicht mehr mühsam gebastelt werden müssen, sondern direkt vor dem Entwickler in Originalgrösse erscheinen.

Aber wie bereits erwähnt, das Produkt befindet sich erst in einem Anfangsstadium. Jessi Hempel von Wired macht in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Punkt aufmerksam. Die Gesten- und Sprachsteuerung muss einwandfrei funktionieren, damit das Gerät sinnvoll eingesetzt werden kann – schliesslich besitzt es keine Tastatur, mit welcher man etwaige falsch verstandene Probleme korrigieren könnte.

 

Dies wissen auch die Entwickler. Und bedenkt man die Präzision heutiger Spracheingabesysteme (z.B. Siri) wird es mit Sicherheit noch eine Weile dauern, bis solche Hologrammbrillen auf dem Markt erscheinen werden.

 

Die Vorstellung von Microsoft HoloLens können Sie hier in einem kurzen Video anschauen.

 

Artikelbild "Oculus Rift" von Sebastian Stabingerlizenziert unter CC BY-SA 3.0.

 

Beacons – Chance für Location-based Marketing?

Donnerstag, 12. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Die Mehrheit der Mobiltelefonnutzer besitzt heutzutage ein Smartphone. Nahezu alle diese Geräte sind mittlerweile mit GPS-Sendern zur Nutzung von sog. Location Services ausgestattet. Diese erlauben es primär das Mobiltelefon z.B. als Navigationssystem zu nutzen oder die eigenen Fotos und Videos mit einem sog. Location-Tag zu versehen.

 

Deshalb erstaunt es nicht, dass solche Geräte auch im Bereich Marketing/Werbung immer mehr zur Zielgruppe bzw. zum übertragenden Medium von Werbung werden.

 

Die Idee ist im Grunde genommen ganz einfach. Basierend auf dem aktuellen Standort des Smartphone-Besitzers können Push-Nachrichten in Form von Werbung auf dem Gerät angezeigt werden. Dies können Gutscheine, Promotionen oder einfache Werbetexte sein, welche den potenziellen Kunden zum Vorbeischauen im eigenen Geschäft animieren sollen. Ein solches GPS-basiertes System kann allerdings schnell an seine Grenzen stossen. Es benötigt zum einen ständigen Kontakt zum entsprechenden Satelliten, welcher vor allem innerhalb von Gebäuden nicht immer gewährleistet ist. Zum anderen ist die Ortsbestimmung nicht sehr genau, kann die Abweichung doch bis zu 15 Meter betragen. Beides macht GPS für den Einsatz im Bereich des Location-based Marketings nur bedingt tauglich. Beispielsweise wäre der Einsatz in einem etwas grösseren Einkaufszentrum, in welchem sich zahlreiche Geschäfte auf engem Raum innerhalb eines Gebäudes befinden nur sehr eingeschränkt möglich.

 

Eine bessere Alternative bieten da sogenannte Beacons. Diese funktionieren mit einer besonders energieeffizienten Variante von Bluetooth.

Diese kleinen Geräte machen eigentlich nichts anderes als alle paar Sekunden ein „Hier bin ich“-Signal auszusenden. Smartphones mit eingeschaltetem Bluetooth erkennen dieses und können eine Verbindung mit dem Beacon herstellen. Dadurch lassen sich exakt auf die Position des Kunden zugeschnittene Inhalte auf dem Smartphone darstellen: die Geschäfte können beispielsweise auf neue Produkte aufmerksam machen, aber auch Kundenbindungsprogramme darüber betreiben.

 

Die Beacon-Technologie findet immer weitere Vorbereitung. So lancierte beispielsweise die SBB am Hauptbahnhof Zürich kürzlich eine App („Mein Bahnhof“), mit welcher ­sich durch den Bahnhof navigieren lässt. Diese App nutzt ebendiese Beacon-Technologie.

 

Auch an unserem Mobile Business Forum dieses Jahr werden Beacons präsent sein. In Zusammenarbeit mit MONS-Consulting werden den Partnerunternehmen Tische mit Beacons zur Verfügung stehen. Über eine eigens für uns entwickelte App können die Teilnehmer über die Beacons verschiedene Inhalte zum Mobile Business Forum abrufen.

 

Artikelbild "iBeacons" von Jonathan Nalder, lizenziert unter CC BY-SA 3.0.

 

Die Universität der Zukunft

Donnerstag, 12. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 1 Kommentar

Schon in der Vergangenheit haben wir in diesem Blog verschiedentlich über MOOCs berichtet und über deren Vor- und Nachteile geschrieben. Ob sie nun Segen oder Fluch sind, eins können wir kaum abstreiten: die Verbreitung von MOOCs scheint sich ständig zu vergrössern. Doch MOOCs sind nur ein kleiner Teil einer noch viel weitergehenden Entwicklung.

 

Glaubt man Rafael Reif, Präsident des Massachusetts Institute of Technology (MIT), müssen sich die Universitäten heute mehr denn je um eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung bemühen. Im Interview mit der NZZ erklärt er, wie das Online-Lernen eine Revolution ausgelöst habe. In zehn Jahren, so Reif, werden die Studierenden ganz anders lernen als heute.

 

Sein zentrales Argument ist, dass sich die heutige Art zu unterrichten kaum von derjenigen vor fast tausend Jahren unterscheidet. Ausser neuer digitaler Helferlein wie dem Beamer und Powerpoint ist das Prinzip noch immer dasselbe: eine Person steht vor 100 oder 200 Studierenden und versucht ihnen den Stoff näherzubringen.

 

Es liegt auf der Hand, dass ein fast tausend Jahre altes System an die heutigen Bedürfnisse nicht optimal angepasst sein kann. Insbesondere der oft beklagte fehlende Praxisbezug in der universitären Ausbildung kann unter anderem auch auf dieses veraltete System des Unterrichtens zurückgeführt werden.

 

Dieses Defizit meint Reif mittels Online-Learning wiedergutmachen zu können. Studierende könnten sich beispielsweise im Vorfeld auf Vorlesungen mittels aufgezeichneter Podcasts oder anderweitigem Online-Content selbst das theoretische Fundament aneignen. Die Kontaktveranstaltungen wären dann lediglich dazu da, die eigentlichen Probleme zu lösen oder konkrete Fälle zu besprechen. Doch lässt sich hier noch viel weitergehen. Ein verstärkt auf Online-Lernen ausgerichtetes Angebot erlaubt ein höheres Mass an zeitlicher Flexibilität. Beruf, Studium oder sogar Familie lassen sich somit besser aufeinander abstimmen. 

 

Zwar gibt es auch am MIT noch kein komplettes Online-Studium, doch gibt es immerhin Zertifikate, welche die Teilnahme an den MOOCs und anderen Online-Kursen bescheinigen.

 

Zweifelsohne bringt aber ein solches System nicht nur Vorteile. Insbesondere der Kontakt zu anderen Studierenden ist dann auf die blosse virtuelle Ebene verbannt. Es ist fraglich, ob dieses Defizit durch noch so ausgereifte Kommunikationstools ausgeglichen werden kann. Offen bleibt auch, wie die Qualität des erworbenen Wissens sichergestellt werden kann.

 

Eins bleibt für Rafael Reif in dieser Diskussion jedoch klar: Wer als Universität nicht mitmache, werde überrollt. Ob dem wirklich so ist, werden die „Universitäten der Zukunft“ zeigen.

 

Artikelbild "Graduationvon Josh Thompson, lizenziert unter CC BY-SA 2.0.

 

Bloggerin

 

 

Prof. Dr. Andrea Back

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