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Digital Transformation Awards 2017 verliehen

Donnerstag, 13. April 2017
von Sabine Berghaus in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

Der Swiss Digital Transformation Award von Best of Swiss Web zeichnet Unternehmen aus, die besondere Fortschritte in der digitalen Transformation gemacht haben. Der Bewerbungs- und Jurierungsprozess basiert auf dem Digital Maturity Check, der am Lehrstuhl von Prof. Dr. Andrea Back entwickelt wurde. In diesem Jahr gewann Swisstopo den Award in der Kategorie "Kleine und mittlere Unternehmen" und Sunrise durfte bei den Grossunternehmen den Award entgegennehmen.

 

Swistopo (Bundesamt für Landestopographie)

 

 

Die Begründung der Jury lautete: "Wie die mehrjährigen Daten zu Reifegraden der Uni St.Gallen zeigen, glänzen Behörden nicht wirklich mit ihren digitalen Entwicklungen. Ganz anders Swisstopo: Auf einer professionellen strategischen Grundlage hat das Bundesamt für Landestopografie mit klarer Zielorientierung die digitale Maturität der Organisation «Digital» konsequent auf- und ausgebaut.

Die Einführung der vollautomatisch erstellten digitalen Landeskarte 1:10’000 auf Basis eines zentralen Datenmodells, deren Integration in die Frontend-Anwendungen map.geo.admin.ch oder Swiss Map Mobile sowie umfassende OpenData Initiativen stehen exemplarisch für den gesteigerten digitalen Kundennutzen. Auch gegen Innen hat Swisstopo zum Beispiel mit einer Adaption des HERMES-Standards und der konsequenten Anwendung von agilem Projektmanagement sowie fortschrittlich eingesetzten Kollaborationstools deutliche Zeichen gesetzt.

Auch wenn sich die Benutzungszahlen der Swisstopo-Services in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt haben, konnten Betriebskosten dank der Anwendung von Cloud-Architekturen kontinuierlich gesenkt werden, was uns alle als Steuerzahler freut.

Mit ihrer Entwicklung und dem erreichten Digitalisierungsgrad hat es das Bundesamt geschafft, sich mit den besten Dossiers des diesjährigen Awards in der Kategorie «Kleine und mittlere Organisationen» mehr als messen zu können. Die diesjährige Verleihung des SDTA an Swisstopo soll den übrigen Bundesämter denn auch an Ansporn sein."

 

Des Weiteren wurden in dieser Kategorie die Hypothekarsbank Lenzburg mit Silber und Ex Libris mit Bronze ausgezeichnet.

 

Sunrise

 

 

Die Begründung der Jury lautete: "Sunrise geht die Herausforderung der Digitalisierung sehr breit und konsequent an. Die verschiedenen Ebenen Vision, Strategie und handlungsorientierte Roadmaps sind sehr gut aufeinander abgestimmt.

Für die Operationalisierung der integrierten und klar auf „digital first“ ausgerichteten strategischen Rahmenbedingungen wurde ein Top-down Approach mit Digitalisierungs-Board und CDO gewählt. Diese Struktur gewährleistet, dass über die gesamte Organisation und über verschiedene Kundenzugangspunkte hinweg integrierte, kundenzentrierte Lösungen erarbeitet werden. Dabei kommt der Customer Journey Factory eine besondere Bedeutung zu.

Auf der Umsetzungsebene sind modernste Tools im Einsatz. Neben der Arbeit an laufend effizienteren technologischen Voraussetzungen kommen auch die weiteren Dimensionen des St.Galler Digital Maturity Modells zur Geltung. Auch auf den Ebenen Kultur und Collaboration, Prozessdigitalisierung und Transformationsmanagement wird intensiv gearbeitet.

Basierend auf einem BSC-Framework, welches einen starken Fokus auf den NPS-Ansatz legt, werden die Entwicklungen monatlich gemessen und operative Handlungsfelder abgeleitet. Diese Schritte zeigen Wirkung. Bereits können auf verschiedenen Ebenen klar messbare und betriebswirtschaftlich positive Ergebnisse belegt werden.

Damit hat Sunrise eine enorme digitale Transformationsleistung erbracht und ist als Sieger des diesjährigen «Swiss Digital Transformation» Awards für Grossunternehmen würdiger Nachfolger der Post."

 

In dieser Kategorie wurde die AXA Winterthur mit Silber und Weisse Arena mit Bronze ausgezeichnet.

Digital Maturity & Transformation Report 2017

Dienstag, 11. April 2017
von Sabine Berghaus in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

Firmen mit einem hohen digitalen Reifegrad gehen die digitale Transformation experimentierfreudig oder mit einer klaren Strategie an, während Unternehmen mit niedrigem Reifegrad zunächst an ihre IT denken. Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Maturity Check 2017, welcher am Lehrstuhl von Prof. Dr. Andrea Back am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St.Gallen zusammen mit der Managementberatung Crosswalk AG durchgeführt wurde. 662 Personen in der Schweiz, Deutschland und Österreich nahmen an der Studie teil.

 

Digital reife Unternehmen sind innovationsfreudiger

 

«Das Ergebnis, dass Unternehmen mit hohem Reifegrad eine komplett andere Herangehensweise an die Digitalisierung wählen als Unternehmen mit niedriger digitaler Reife, war eine Überraschung», sagt Sabine Berghaus, Projektleiterin der Studie. «Dies weist darauf hin, dass digital reife Firmen den Veränderungen im Zeitalter der digitalen Transformation offen und experimentierfreudig entgegentreten.» Dagegen ergab die Studie, dass Unternehmen mit niedrigem digitalem Reifegrad eher bottom-up bestehende Initiativen zusammenführen oder sich zunächst auf die Erneuerung ihrer IT-Systeme konzentrieren, bevor neue Geschäftsmodelle oder Innovationen vorangetrieben werden.

 

Industrie holt auf, Handel lässt nach


Insgesamt stieg der durchschnittliche Reifegrad im Vergleich zum Vorjahr an. Bei Grosskonzernen (mehr als 10‘000 Mitarbeitende) zeigten sich die höchsten Reifegrade. Kleine Unternehmen liessen im Vergleich zum vergangenen Jahr nach und wiesen die geringsten Werte auf.
Positiv beurteilen die Expertinnen Andrea Back und Sabine Berghaus die Entwicklung in der Industrie, die den höchsten Anstieg sowohl bei der Zahl der Teilnehmer an der Studie wie auch im Reifegrad zeigten. Dagegen wurden bei Unternehmen aus dem Handel und der Konsumgüterwirtschaft die insgesamt niedrigsten Reifegrade beobachtet.
«Als Grund für die niedrigen Reifegrade sehen wir vor allem das fehlende (Spezial-)Wissen, wie man mit den Veränderungen – die die Digitalisierung gebracht hat und noch bringen wird – umgehen soll. Denn Erfahrung und Fachwissen, die diese Unternehmen bisher erfolgreich gemacht haben, reichen heute und erst recht für eine erfolgreiche Zukunft nicht mehr aus», sagt Axel Kehl von Crosswalk.


Reifer = zufriedener und innovativer

 

Wie bereits im vergangenen Jahr bewerten digital reife Unternehmen ihren Erfolg vor allem in den Zielen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit positiver. Auch die Zielerreichung in den Kriterien Innovationsführerschaft und die Erschliessung neuer Geschäftsfelder werden deutlich besser bewertet als in Unternehmen mit einem niedrigen digitalen Reifegrad.


Die dritte Auflage des Digital Maturity & Transformation Reports mit Informationen zum Modell, den Resultaten der Befragung inklusive branchenspezifischen Auswertungen und Handlungsempfehlungen kann kostenlos unter www.crosswalk.ch/dmtr2017 bestellt werden.

Kolumne: Leben mit einem Algorithmus als Hausgenosse

Mittwoch, 15. März 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 1 Kommentar

 

Wenn mich jemand nach frühen Kindheitserinnerungen fragt, dann z.B. diese: Spätabends steht mein Vater an der Türschwelle, unangekündigt eine junge Katze auf dem Arm, verschmitzt-schuldbewusster Ausdruck im Gesicht. Ihm gegenüber die Phalanx meiner Oma und meiner Mutter. Es geht laut zu: Niemals käme diese Katze ins Haus!! Und er MIT Katze sicher auch nicht! Was immer in den Minuten und Stunden danach geschah, entzieht sich meiner Erinnerung. Jedenfalls lebten wir fortan mit der Katze – und später kamen noch zwei weitere dazu.

 

Eine ganz ähnliche Szene erlebte ich kürzlich mit meinem Sohn, als er überraschend vor der Tür stand, mit der Google Home auf dem Arm. In mir ein Sturm von entrüsteten Gegenargumenten: So ein Ding kommt MIR nicht ins Haus! Aber nun ist sie doch unser Wohnungsgenosse. Hey Google, Welcome in our home! Und nach und nach kamen noch weitere smarte Dinge dazu, wie vernetzte Glühbirnen.

 

Wie lebt es sich also damit, mit einem Algorithmus der physisch als Lautsprechervase daher kommt?

  • Man nimmt neue Gewohnheiten an:
    Einkaufszettel auf Papier schreiben oder in die Bring-App tippen – braucht es nicht mehr: Hey Google, add chocolate to my shopping list! Und schon steht es sowohl bei mir als auch bei meinem Sohn auf dem Handy in der Notiz-App.
    Die Eieruhr in der Küche ist nur noch Designobjekt – ich benutze sie nicht mehr: Hey Google, set timer to 12 minutes! Hey Google, stop timer!
    Meine CD-Sammlung wird nicht mehr bewegt – die Hüllen nehmen nur noch Platz im Schrank weg. Ohne dieses Sprachinterface hätte ich Spotify wohl nicht benutzt, aber Wunschkonzert zu Hause ist sehr praktisch: Hey Google, play Cat Stevens in the living room!
    Und die Lichtschalter hat mein Sohn – übergangsweise  mit „Rühr-mich-nicht-an-Post-it“ beklebt, dann seit neuestem brauche ich nur sagen: Hey Google, turn kitchen lights to 40%. Hey Google, shut off kitchen lights. Hey Google, turn on bedroom light!
     
  • Das Ding weckt den Spieltrieb und man gewinnt es lieb:
    Ich fange an, mir Fragen auszudenken, um herauszufinden, ob die Algorithmus-Entwickler daran gedacht haben. Zum Beispiel: Hey Google, I feel so bored? Oder: Hey Google, do you ever get tired? Meist sagt sie dann "Sorry, da kann ich nicht weiterhelfen", aber manchmal auch nicht und man lacht dann über die Reaktion. Leute die viel allein sind, sprechen ja manchmal laut vor sich her – daran musste ich denken, als mir neulich bewusst wurde, dass ich an einem Abend allein zu Hause anfing, dieses Ding mit Fragen zu bombardieren und wie einen Gesprächspartner behandelt habe. Das fühlte sich gar nicht nach Sci-fi-Horror an, sondern kann Spass machen.

Last, not least: Folgende Frage drängt sich mir schon nach wenigen Wochen auf: Verändert man dadurch auch sein Wesen?
Jeden Tag sehen wir, was das Smartphone aus uns gemacht hat, gerade was unser Kommunikationsverhalten angeht. Wenn man von der „Heads-down-Generation“ spricht, weiss jeder sofort, was gemeint ist. Dass Sprachinterfaces wie die Google Home oder die Alexa von Amazon einen Siegeszug als Alltagstechnologie antreten werden, das ist wohl ziemlich sicher. Wie wird man dann zu dieser Nutzergeneration sagen? Sie haben es beim Lesen sicher schon gespürt: Man gibt den ganzen Tag nur Anweisungen – im Befehlston: Hey du! Mach mal. Wenn dieses Sprechen unsere Kommunikationskultur überlagert, dann geht es im Alltag bald zu wie auf dem Kasernenhof. Welcome „Bossing-around-Generation“.

 

Bildquelle: Vector Open Stock

Fokusthema Chatbots - Beispiel Flüchtlingshilfe: Ein Anwalt für Flüchtige

Dienstag, 14. März 2017
von Vanessa Guggisberg in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

 

Die vielen Nachrichten über Flüchtige und deren Geschichten bedrücken die ganze Welt. Und es scheint, als würden die zuständigen Behörden mit der Masse an Dokumenten nicht nachkommen bzw. die Verständigung und Services für die Flüchtigen sind nicht für alle verständlich. London hat dafür einen neuen Mitarbeiter eingestellt: Der Asyl-Chatbot. Erst hat er seinen Dienst im Bereich Strafzettel ausgeführt: Der DoNotPay-Chatbot hatte im vergangenen Jahr rund 160'000 Strafzettel in London annuliert, nun hat er seinen Tätigkeitsbereich, nicht aber seinen Sinn der Aufgaben gewechselt. Er hilft Menschen auf der Flucht, sich im Behördendschungel zurecht zu finden. Der Gründer, ein Stanford-Student Josua Browder, der schon den DoNotPay-Chatbot erfunden hat, möchte jedem einen Anwalt bieten können, unabhängig davon, ob die Person sich einen Anwalt leisten kann. 

 

So können nun Flüchtige in Grossbritanien, USA und Kanada per Facebook Chat-Fragen zum Asylverfahren, ihren Rechten und auszufüllenden Dokumente stellen - unkompliziert und gratis. Eine grosse Herausforderung war laut Futurezone, die richtige Sprache zu verwenden. Würde der Chatbot lediglich die Anwaltsfloskeln bzw. Gesetzesartikel 1:1 als Nachricht verwenden, wäre den Nutzenden nicht geholfen. Auf der anderen Seite ist fraglich, wie Chatbots die Sprache der Nutzenden verändern wird (positiv/negativ?) - wird ihnen bewusst, dass sie es mit einem Roboter zu tun haben, wird sicherlich so wie bei der Sprachsteuerung von Google Home oder Alexa der Befehlston kurz und knapp ausfallen (lesen Sie dazu auch die Kolumne von Prof. Dr. Andrea Back in diesem Newsletter). Wenn sich der Chat jedoch menschlich anfühlt, könnte dies anders ausfallen. Erfahrungswerte werden es zeigen, aber auf jeden Fall spannend, mehr davon zu lesen. 

 

Fazit Chatbots

Sowohl das Beispiel der Versicherung als auch dieses zeigen, dass Chatbots eine gute Sache sind. Vorausgesetzt, eine gewisse Masse an Nutzenden ist vorhanden, welche den Chatbot mit Daten füttern, von denen er kontinuierlich lernt, und andererseits die Mehrheit der Fälle übertragbar und somit wiederkehrend sind. Nichtsdestotrotz zeigt sich auch, dass die Inbetriebnahme von Chatbots das Geschäftsmodell meist disruptiv verändert und es somit nicht gelingt, einen traditionellen Prozess einfach neu mittels Chatbots abzuwickeln - nein, es gehört mehr dazu. Es sind auch strategische und prozessorientierte Fragen, die gestellt werden müssen. Dies macht Chatbots zu einem Thema, das nicht einfach mal nebenher umgesetzt werden kann, es verlangt eine grössere Aufmerksamkeit.

 

Bildquelle: Max Pixel

 

Der Tisch als Zentrum in der Zukunftswohnung

Dienstag, 14. März 2017
von Vanessa Guggisberg in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

 

Ein grosses Learning, wenn man in eine Grossstadt zieht: Der Quadratmeter Wohnung kostet! So werden auch Wohnungen immer kleiner - ein Beispiel wäre hier sicherlich chinesische Grossstädte, in denen sogenannte “Micro Apartments” Alltag sind. Aber wo findet sich in einem so kleinen Apartment noch Platz für eine voll ausgestattete Küche? Wohl nirgends…

 

So gibt es bereits einzelne Haushaltsgeräte, wie ein Mixer, die wireless (also ohne Kabelverbindung) bedient werden können. Aber nicht nur das, sondern im Zeitalter von Internet of Things, wo Dinge mit dem Internet verbunden werden, bringt auch die neue Beamertechnik von Bosch viele neue Ideen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Tisch, an dem nicht nur gegessen und diskutiert wird, sondern auf dem gekocht und warm gestellt, gespielt und gezeichnet wird? In diesem Zusammenhang hat auch Ikea mit IDEO ihr Küchenkonzept 2025 vorgestellt: Der Tisch als Zentrum einer Wohnung! Über ein wireless betriebenes Kochfeld kann gekocht, anschliessend der Tee warmgehalten werden, und mit der Projektionstechnologie von Bosch wird jede Oberfläche, also auch unser Tisch, zum virtuellen Eingabegerät. Was wir hier sehen, ist, dass sowohl der Trend von IoT als auch neue Beamer nicht mehr als einzelne Trends interessant sind, sondern viel eher die Kombinationsmöglichkeiten der Neuheiten. Ich freue mich aufs Ausprobieren!

 

Bildquelle: Dailymail.uk

 

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Prof. Dr. Andrea Back

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