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Die Universität der Zukunft

Donnerstag, 12. Februar 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 1 Kommentar

Schon in der Vergangenheit haben wir in diesem Blog verschiedentlich über MOOCs berichtet und über deren Vor- und Nachteile geschrieben. Ob sie nun Segen oder Fluch sind, eins können wir kaum abstreiten: die Verbreitung von MOOCs scheint sich ständig zu vergrössern. Doch MOOCs sind nur ein kleiner Teil einer noch viel weitergehenden Entwicklung.

 

Glaubt man Rafael Reif, Präsident des Massachusetts Institute of Technology (MIT), müssen sich die Universitäten heute mehr denn je um eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung bemühen. Im Interview mit der NZZ erklärt er, wie das Online-Lernen eine Revolution ausgelöst habe. In zehn Jahren, so Reif, werden die Studierenden ganz anders lernen als heute.

 

Sein zentrales Argument ist, dass sich die heutige Art zu unterrichten kaum von derjenigen vor fast tausend Jahren unterscheidet. Ausser neuer digitaler Helferlein wie dem Beamer und Powerpoint ist das Prinzip noch immer dasselbe: eine Person steht vor 100 oder 200 Studierenden und versucht ihnen den Stoff näherzubringen.

 

Es liegt auf der Hand, dass ein fast tausend Jahre altes System an die heutigen Bedürfnisse nicht optimal angepasst sein kann. Insbesondere der oft beklagte fehlende Praxisbezug in der universitären Ausbildung kann unter anderem auch auf dieses veraltete System des Unterrichtens zurückgeführt werden.

 

Dieses Defizit meint Reif mittels Online-Learning wiedergutmachen zu können. Studierende könnten sich beispielsweise im Vorfeld auf Vorlesungen mittels aufgezeichneter Podcasts oder anderweitigem Online-Content selbst das theoretische Fundament aneignen. Die Kontaktveranstaltungen wären dann lediglich dazu da, die eigentlichen Probleme zu lösen oder konkrete Fälle zu besprechen. Doch lässt sich hier noch viel weitergehen. Ein verstärkt auf Online-Lernen ausgerichtetes Angebot erlaubt ein höheres Mass an zeitlicher Flexibilität. Beruf, Studium oder sogar Familie lassen sich somit besser aufeinander abstimmen. 

 

Zwar gibt es auch am MIT noch kein komplettes Online-Studium, doch gibt es immerhin Zertifikate, welche die Teilnahme an den MOOCs und anderen Online-Kursen bescheinigen.

 

Zweifelsohne bringt aber ein solches System nicht nur Vorteile. Insbesondere der Kontakt zu anderen Studierenden ist dann auf die blosse virtuelle Ebene verbannt. Es ist fraglich, ob dieses Defizit durch noch so ausgereifte Kommunikationstools ausgeglichen werden kann. Offen bleibt auch, wie die Qualität des erworbenen Wissens sichergestellt werden kann.

 

Eins bleibt für Rafael Reif in dieser Diskussion jedoch klar: Wer als Universität nicht mitmache, werde überrollt. Ob dem wirklich so ist, werden die „Universitäten der Zukunft“ zeigen.

 

Artikelbild "Graduationvon Josh Thompson, lizenziert unter CC BY-SA 2.0.

 

Mobile BusinessReader Q4/2014

Dienstag, 10. Februar 2015
von Sabine Berghaus in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Ein bisschen zu spät, aber hier folgt der Mobile Business Reader Q4/2014 mit ausgewählten neuen Publikationen aus dem Bereich Mobile Business. 

 

Mobile Enterprise

 

Chung, S.; Lee, K.Y.; Kim, K. (2014)
Job performance through mobile enterprise systems: The role of organizational agility, location independence, and task characteristics
Information & Management Vol.51, Iss. 6, pp.605-617
 

Diese Studie untersucht wie Arbeiter ihre selbstempfundene Arbeitsleistung durch den Einsatz von Mobile Enterprise Systems (MES) verbessert haben. Die Ergebnisse  deuten darauf hin, dass Arbeiter in einem sehr agilen Umfeld, positiv auf MES reagieren und eher dazu neigen, diese gewohnheitsmässig zu benutzen.

 

 

Fischer, Nikolaus; Smolnik, Stefan (2014)
Blessing or Curse ? Towards an Integrated Framework of the Net Effect of Mobile IS / IT Use in Organizations
Proceedings of the 35th International Conference on Information Systems (ICIS 2014)
 

Diese „Research-in-Progress“ Studie untersucht die positiven und negativen Effekte die in Unternehmen durch den Einsatz von mobilen Technologien entstehen. Zu den positiven Effekten gehören z.B. die Verfügbarkeit von Informationen oder die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Als negative Effekte werden u.a. Stress und Information Overload genannt.

 

 

Picoto, Winnie Ng; Bélanger, France; Palma-dos-Reis, António (2014)
An organizational perspective on m-business: usage factors and value determination
European Journal of Information Systems, Vol. 23, Issue 5
 

Die Autoren untersuchen den Einfluss von mobilen Technologien auf Unternehmen, vor allem in welchen Bereichen mobile Technologien nach der Einführung entscheidend zur Wertschöpfung beigetragen haben, z.B. Marketing und Sales, interne Betriebsabläufe und Beschaffungswesen.

 

 

BYOD

 

French, Aaron M; Guo, Chengqi; Shim, J.P. (2014)
Current Status, Issues, and Future of Bring Your Own Device (BYOD)
Communications of the Association for Information Systems, Vol. 35, Art. 10
 

Dieses Paper fasst die Ergebnisse einer Paneldiskussion mit Professoren von amerikanischen Universitäten  zu den Vorteilen, Status Quo und Herausforderungen von BYOD zusammen. Dabei wird ein Augenmerk auf bestehende Policies geworfen und verschiedene Punkte herausgearbeitet, die Firmen bei der Einführung beachten sollten.

 

 

Koch, Hope; Zhang, Sixuan; Giddens, Laurie; et al. (2014)
Consumerization and IT Department Conflict
Proceedings of the 35th International Conference on Information Systems (ICIS 2014)
 

Die Autoren untersuchen den Umgang mit Consumer-Geräten und –Anwendungen mit Hilfe von Case Studies in drei Unternehmen aus Sicht der IT Abteilung. Dabei identifizieren sie verschiedene Stadien der Integration und typische Konflikte, die im Zusammenhang der Consumerization mit  IT-Abteilungen auftreten. 

 

 

Mobile Business Intelligence

 

Tona, Olgerta; Carlsson, Sven A. (2014)
The Mindfulness and Mindlessness in Mobile Business Intelligence Adoption
23rd International Conference on Information Systems Development (pp.23.30)
 

Diese Studie untersucht die Motivatoren für die Einführung von mobilen Business Intelligence Lösungen. Dabei spielen sowohl externe Faktoren, wie das Vorhandensein einer Vision, als auch interne Faktoren, wie die Begeisterung von Führungspersonen und Nutzern eine wichtige Rolle. 

 

 

Neue Veröffentlichungen auf der HICSS 2015

Dienstag, 10. Februar 2015
von Sabine Berghaus in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

 

Im Rahmen der Hawaiian International Conference of System Sciences wurden im Januar 2015 neue Forschungsergebnisse von  unserem Lehrstuhl publiziert. In der Publikation von Christian Ruf und Andrea Back wurden Design-Requirements für Mobile Financial Advisory Services erarbeitet. Sabine Berghaus und Andrea Back untersuchten in ihrer Forschungsarbeit Anforderungen für den Einsatz von Wearable Technology in Fahrzeugen. Dieses Paper war ausserdem im Track "Decision Analytics" für den Best Paper Award nominiert. 

Kolumne: Die Webdienstgeister, die ich rief...

Montag, 15. Dezember 2014
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 1 Kommentar

... wie werde ich sie bloss wieder los? In meinem Forschungssemester hat sich zwar die Anzahl der Arbeits-Mails reduziert, aber dafür macht sich eine neue Spezies in meinem Eingangsordner breit. Diese Mails stammen von den vielen für meine Reisen und Aufenthalte hilfreichen Webdiensten. Da kommt ganz schön was zusammen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zum Beispiel die Fluggesellschaften mit ihren Meilenbonusprogrammen, Autovermietungs- und Hotelbuchungsportale, Webdienste für die private Wohnungsvermietung ebenso wie die von gewerblichen Wohnungsmaklern, Online-Einkaufszentren und Bewertungsportale. Und die alle sind ganz schön geschwätzig. Andauernd machen sie mir Angebote, die ganz und gar nicht meine Bedürfnisse widerspiegeln, erzählen mir, was andere bei ihnen für Schnäppchen gemacht haben, oder weisen mich darauf hin, dass jemand auf meine Social-Media-Äusserung reagiert hat.
 
Man fühlt sich regelrecht verfolgt, aber hat dem ja durch die Weitergabe der E-Mail Tür und Tor geöffnet. Sogar wenn man in einem ganz normalen physischen Laden einkauft oder wie beim Telekom-Anbieter am Selbstbedienungsautomaten sein Prepaid-Telefon auflädt, wird man gefragt: wollen Sie den Kassenzettel per Mail zugesandt haben? Dann bitte hier die E-Mail eingeben. NEIN - will ich nicht!
Natürlich hätte ich mir für all das eine eigene E-Mail-Identität zulegen können, für die ich dann einfach den Ausknopf hätte klicken können, aber wer hätte gedacht, dass es so viele Webdienste werden würden? Mein Tipp: Machen Sie es besser. Es ist nämlich ziemlich aufwendig, in jedem einzelnen Dienst erst mal die Preferences oder die Möglichkeit fürs Löschen des Accounts zu finden oder zumindest bei den E-Mail-Abonnements, wo es geht, NEIN anzukreuzen.Trotz der Nerven, die mich die Segnungen des modernen Web gekostet haben, bin ich insgesamt natürlich enorm dankbar dafür, wie einfach man so seine Anliegen organisieren kann. In einer Aus- oder besser Anderszeit kann man sich von vielem abnabeln, aber definitiv nicht vom Internet, ist jedenfalls mein Fazit.
 
Ich habe hier in den USA auch die Erfahrung gemacht, dass man sich auf leistungsfähigen Internetzugang und WLAN-Verfügbarkeit absolut verlassen kann. Das kann man selbst von guten Unterkünften in Zentraleuropa nicht behaupten. Selbst im Baumhaus, an der abgelegenen Nordküste von Oahu, hat man Internet. Und im  Volcano Nationalpark, wo eine Holzhaussiedlung keinen Anschluss an zentrale Wasserversorgung hat und man das Regenwasser auffängt, sind schnelles Internet und WLAN selbstverständlich. Das wünsche ich mir auch hierzulande. Und dann habe ich noch einen Weihnachtswunsch an die Technik: Bitte endlich ein Gerät, auf dem man Websites - nicht nur Buchseiten - auch im Tageslicht der freien Natur lesen kann. 
 
Artikelbild von William Beutler, lizenziert unter CC BY 2.0

Codecademy: Schlüssel zu mehr Erfolg?

Freitag, 12. Dezember 2014
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Digitales scheint heutzutage alles zu durchdringen: unsere Kalender und Agenden hat es verdrängt, ebenso unsere Notizblöcke und Diktiergeräte – von digitalen Verzeichnissen, Datenbanken, elektronischen Bibliotheken und vielem anderen mehr. Da verwundert es nicht, dass der Umgang mit der digitalen Welt in der heutigen Arbeitswelt nicht nur gefragt, sondern geradezu erwartet und als selbstverständlich vorausgesetzt wird. 

 

Doch nicht nur das blosse Bedienen von Tools und Gadgets ist gewünscht. Immer mehr ist es so, dass auch vertiefte Kenntnisse im Bereich Programmieren gefragt sind. Vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und seien sie fachlich noch so qualifiziert, läuft es bei diesem Gedanken kalt den Rücken hinunter. Doch auch ihre unmittelbaren Nachkommen – die sogenannten Digital Natives – weisen in der Regel kaum vertiefte Kenntnisse im Programmieren auf.

 

Glaubt man den Machern von Codecademy, soll es äusserst einfach sein, sich grundlegende Fertigkeiten im Programmieren anzueignen. Dabei wird ein strikter Leaning-by-doing-Ansatz verfolgt: der Nutzer kann zuerst mit dem Erstellen einer Website auf der Basis von HTML und CSS anfangen. Das garantiert einen grossen „Wow-Effekt“ und wirkt motivierend.

 

Danach lassen sich diese Grundlagen systematisch vertiefen. Verschiedene Programmiersprachen lassen sich in mehreren Kursen erlernen und so die Kenntnisse festigen. Das Angebot kann sich in der Tat sehen lassen: von HTML & CSS über Javascript bis hin zu Python oder PHP wird so einiges zur Verfügung gestellt.

 

Dies klingt zwar toll und überzeugt auch in der Praxis mit guter Handhabung und angemessenem Lernerfolg. Zwei Probleme bleiben dabei aber. Erstens ist ein hohes Mass an Selbstdisziplin und Zeit gefragt, denn schon alleine der erste Basiskurs in HTML & CSS dauert mindestens drei Stunden. Zweitens liegt das Problem in der Anerkennung der mit Codecadamy erlernten Fähigkeiten.

 

Während das Tool in der Internet-Community doch ein gewisses Ansehen besitzt, ist fraglich, inwieweit es in der „realen“ Arbeitswelt bekannt ist und vor allem auch anerkannt wird. Allein, weil jemand einen Codecademy-Kurs gemacht hat, wird er womöglich nicht eingestellt, kann aber sicherlich einen Mehrwert bieten – sei es auch nur als Gesprächsthema während eines Interviews.

 

 

Bloggerin

 

 

Prof. Dr. Andrea Back

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