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Personalized Pricing - Bald auch bei uns?

Montag, 14. September 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Unlängst berichtete die Schweiz am Sonntag, dass Coop als erster Schweizer Detailhändler personalisierte Preise, sogenanntes personalized pricing einzuführen gedenkt. Zwar soll dies erst in einer Testphase im Online-Shop geschehen, dennoch ist es interessant, die Idee genauer zu analysieren. Wie funktioniert also personalized pricing?

 

Personalized pricing hebt im Prinzip die Gleichbehandlung aller Kunden auf. Erhielt bisher jeder den gleichen Rabatt auf dasselbe Produkt, werden die Rabatte beim personalized pricing individuell verteilt. Es kann also sein, dass der eine Kunde 20%, der andere aber 40% erhält. Möglich wird dies durch Big Data und ausgeklügelte Software, welche das Kaufverhalten des Kunden analysiert und darauf basierend die Gutscheine oder Rabatte verteilt.

 

Das Ziel ist dabei stets die Steuerung des Kundenverhaltens, d.h. man will z.B. den „Stammkunden“ eines Budget-Produkts mit Rabatten zum Umstieg auf ein teureres Produkt bewegen. Der Kunde, der aber „von sich aus“ das teurere Produkt kauft, bekommt diesen Rabatt nicht – dafür aber einen anderen.

 

Aus der Sicht des Detailhändlers ist das Konzept sehr verlockend und auch die Kunden können so profitieren, indem sie z.B. keine für sie nutzlosen Rabattbons erhalten. Problematisch wird es allerdings dann, wenn die „Ungleichbehandlung“ zwischen den Kunden als ungerecht perzipiert wird. Dann könnte personalized pricing auch dazu führen, dass sich Kunden ganz vom Detailhändler verabschieden und lieber wieder unnütze Rabattbons erhalten.

Artikelbild "Supermarket", von Caden Crawford, lizenziert unter CC BY 2.0.

Unsere Linktipps im September

Montag, 14. September 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Leseempfehlungen | 0 Kommentare

Das Ende der Jobs-Ära

Mit der Vorstellung des neuen Mobile-Lineups hat Apple das Ende des Steve-Jobs Zeitalters eingeläutet. Weiteres dazu in diesem Artikel der FAZ.

 

Mit Technologie gegen Rassismus

Leider häufen sich in den letzten Monaten die rassistischen Äusserungen in den sozialen Netzwerken. Wie die Technologie ihren Beitrag zu einer wirksamen Strafverfolgung leisten kann, ist hier nachzulesen.

 

Wearables – Wer trägt sie überhaupt?

Die Entwicklung von Wearables schreitet noch immer voran. Doch wer genau ist überhaupt daran interessiert ein solches Gerät an seinem Körper zu tragen? Dazu nimmt Cédric HutchingsCEO des Technologieunternehmens Withings im Interview Stellung.

Personalisiertes Lernen

Montag, 14. September 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Auch in unserer heutigen, von E- und M-Learning geschmückten Umgebung funktioniert lernen oft noch nach dem selben Prinzip: dem Lernenden wird ein Inhalt zur Verfügung gestellt, welcher vom Lehrer oder Dozent in einem Curriculum festgehalten wurde. Dass solche one-size-fits-all Lösungen kaum für alle Lernenden optimal sind, liegt auf der Hand.

 

Die bekanntesten Problem dürfte wohl das unterschiedliche Lerntempo und die unterschiedlichen Lerntypen sein. Sei es in der Schule, Universität oder bei einer Schulung im Unternehmensbereich – es werden selten Personen gleich schnell und auf gleiche Art die vermittelten Informationen aufarbeiten können. Dies kann gerade bei Teamwork-intensiven Arbeiten zu Frustrationen führen, wenn nicht alle auf dem gleichen Stand sind.

 

Eine Alternative zu dieser traditionellen Art der Wissensvermittlung bietet personalisiertes Lernen. Die Informationen stehen dem Lernenden in unterschiedlichen Medien bereit und sind ausserdem „on-demand“ verfügbar. Jeder kann so seinen eigenen Lernpfad finden und sich die Informationen auf diejenige Weise und Tempo aneignen, die zum grössten Lernerfolg führt.

 

Personalisiertes Lernen führt aber auch zu grösserem Aufwand auf der Seite des Anbieters, wenn z.B. Lerninhalte auf verschiedenen Medien angeboten werden müssen. Wenn dafür aber weniger Fehler gemacht werden und Lerninhalte nicht mehrere Male wiederholt werden müssen, könnten sich die Kosten gerade so in Waage halten.

 

Artikelbild "Studying", von Steven S., lizenziert unter CC BY 2.0.

Kolumne: Velo-Umwege digital, aber mit Herz

Mittwoch, 15. Juli 2015
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 2 Kommentare

 

Warum dauert es manchmal so lange, bis selbst die Digital-Kreativen auf eine so naheliegende Idee kommen? Der Wissenschaftler Quercia war vier Wochen einer Routenempfehlung seiner Navi-App gefolgt und mit dem Velo auf der stinkenden Massachusetts Avenue zur Arbeit gefahren. Eines Tages machte er spontan einen Umweg und fand sich in einer anderen Welt voll Ruhe und Luftigkeit wieder. Es machte Klick und er verstand: Am kürzesten und schnellsten ist nicht unbedingt am besten. Nun arbeitet er an Navigations-Apps, die das Wohlgefühl als wichtigen Faktor von Routenempfehlungen einbeziehen. Sie heissen deshalb "Happy Maps". Wie die Forscher das genau machen, steht im Artikel der Welt am Sonntag "Glück auf Umwegen", 21.6.2015, S. 65. Sie wählen den Big-Data-Ansatz und lassen Algorithmen die Empfehlungen entwickeln. Diese ziehen für die Routenempfehlungen Orte heran, die auf Flickr, Instagramm und in Tweets häufig vorkommen. Die Überlegung dahinter ist, dass Leute vor allem Fotos und Tweets von Umgebungen machen, wo sie sich wohlfühlen. Klingt auf der Höhe der Zeit, aber ist das nicht ein Weg von hinten durch die Brust ins Auge? Warum nicht einfach ortskundige Leute aufrufen, solche Happy-Maps nach dem Wikipedia-Prinzip zusammenzutragen? 

 

Nun, egal, in dem Fall ist mir deren Ziel - und nicht ihr Weg - das wichtigere. Denn sie sprechen mir damit aus der Seele. Neulich packte ich meinen Plan für den Sommer an, öfters mit dem Velo unterwegs zu sein. Ziel war das Zürichseeufer. Seeufer allein klingt ja schon toll, und dann heisst es auch noch so vielversprechend "Goldküste". Die App von SchweizMobil wies mir den Weg: die Veloland-Route Nr. 66. Trotz dedizierter Fahrradroute war ich etliche Kilometer neben lauten, hektischen und die Luft verpestenden Autos unterwegs, statt wie erhofft am lauschigen Seeufer. Gibt es für diese Strecke keine "Happy Map 66"? Dafür wohl nicht, aber umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die 66 um 180 Grad gekehrt ergibt 99. Und siehe da: Die Veloland-Route 99 ist die sogenannte Herzroute, zu der es heisst: "Nicht Direktheit ist ihr Ziel, sondern der Weg." Sie verläuft weit ab von Verkehrslärm und Hektik. Da will ich nächstens hin. Lieber ein Umweg, dafür glücklicher. 

 

Das entspricht übrigens auch meiner Arbeitsweise. Vom Magazin managerSeminare wurde ich anfangs 2015 in einem Selfie-Interview nach meinem Arbeitsmotto gefragt. Ich sagte, dass "... ich dazu neige, nicht schnurstracks auf Ziele zuzuarbeiten, ich mäandere vielmehr zum Ziel." - aber auf die Idee mit den Happy Maps sind trotzdem andere zuerst gekommen. Respekt und Dankeschön!

Performance Support Tools

Dienstag, 14. Juli 2015
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Etwas zu lernen ist eine Sache, das gelernte auch zu behalten eine andere. Diese Binsenweisheit ist eigentlich nichts Neues. Dennoch wird dieser Aspekt häufig vergessen und vernachlässigt. Dies kann häufig zu unerwünschten Konsequenzen führen – auch wenn sonst E-Learning im eigenen Unternehmen eingesetzt wird.

 

Der noch so didaktisch und technologisch ausgeklügelte Mitarbeiterkurs oder Weiterbildungsschulung, nützt wenig, wenn das gelernte innerhalb weniger Wochen oder gar Tage vergessen wird. Das Problem dabei: die Informationsmenge ist oft zu dicht oder lässt sich schlecht in den Arbeitsalltag integrieren, sodass vieles schnell in Vergessenheit gerät.

 

Abhilfe können hier Performance Support Tools (PSTs) schaffen. PSTs sind Apps und andere Systeme, die Lernmaterialien „on the spot“ zur Verfügung stellen und es so Mitarbeitenden erleichtern, das früher Gelernte wieder aufzufrischen oder nachzuschlagen.

 

Nebst dem Effekt, dass Mitarbeitende besser informiert und somit leistungsfähiger sind, führen PSTs zur Stressreduktion bei Mitarbeitenden. Denn häufig führt das Vergessen von bereits Gelerntem dazu, dass Personen überfordert sind und möglicherweise auch Fehler begehen. Zu denken ist hier z.B. an einen Mitarbeitenden eines Industriebetriebs, welcher in einem betriebsinternen Online-Kurs gerlernt hat, eine Maschine zu bedienen, aber keine Chance hatte, dies im Arbeitsalltag zu festigen. Kommt dann der Zeitpunkt, an dem er tatsächlich die Maschine in Betrieb nehmen sollte, ist Stress vorprogrammiert, da der Inhalt des Onlinekurses oft schnell vergessen geht.

 

PSTs können dazu beitragen, dass Stress abgebaut wird und die Leistungsfähigkeit erhöht sowie die Fehleranfälligkeit reduziert wird, wie David DeLong in der Harvard Business Review genauer erklärt.

 

 

Artikelbild "Overworked Workers Sleep in their Office", von Hiroo Yamagata, lizenziert unter CC BY SA 2.0.

Bloggerin

 

 

Prof. Dr. Andrea Back

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