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Wearable - Ein Begriff aus der Forschung für die Forschung

Donnerstag, 14. April 2016
von Bruno Zanvit in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

 

Eine Umfrage bei 1003 Personen, durchgeführt im Januar 2016 von TNS Infratest, hat ergeben, dass 86% der Befragten den Begriff „Wearables“ nicht kennen. Gerade mal 8% ist der Name bekannt, und lediglich 5% können den Begriff beschreiben. In unserem Artikel in der IT-Business haben wir den Begriff in den Kontext gesetzt. Wearables sind in erster Linie über eines definiert: Sie werden am Körper getragen. Weitere, oft im akademischen Kontext verwendete Merkmale sind; sie sind immer verbunden, erlauben eine Interaktion mit dem Gerät, ohne dass man dafür seine Hände benötigt, dienen mehreren Zwecken und fallen in der finalen Form beim Tragen nicht als Technologie auf.

 

Auch wenn den Befragten der Studie der Begriff Wearable nicht bekannt ist, sind gemäss einer Umfrage der deutschen Versand-Apotheke Aponeo drei Viertel (76%) der Menschen in Deutschland offen für die Verwendung von Wearables. Diese auf den ersten Blick nicht aufeinander passenden Aussagen lassen sich erklären und zeigen eine zentrale Herausforderung in der praxisorientierten Forschung zu den neuesten mobilen Technologien auf. Einerseits war das Resultat der zweiten Umfrage nur dadurch möglich, dass den Befragten der Begriff „Wearables“ umschrieben wurde. Andererseits zeigt sich, dass trotz des anhaltenden Aufschwungs von Smart Watches, Smart Wristbands, Smart Glasses etc. kein einheitliches Begriffsverständnis gegeben ist. Verkäufer und Konsumenten sprechen in der Regel vom Device oder der Geräteklasse an sich, ohne das Phänomen als Ganzes zu erfassen. Das ist natürlich völlig legitim. Dennoch ist die geringe Verbreitung des Begriffs aus Forschersicht erstaunlich, sind doch die ganzen Trend- und Techie-Seiten, die man sich täglich zu Gemüte führt, "zugemüllt" mit dem Begriff Wearable. Schaut man genauer hin, zeigt sich allerdings, dass ausserhalb dieser "Nerd-Blase" der Begriff oft nur in Kombination mit einer Umschreibung verwendet wird - oder Autoren komplett andere Begriffe verwenden.

 

Im Weiteren zeichnet sich für den Unternehmenskontext ein ähnliches Bild wie im Konsumentenmarkt. Von den ganzen Technologieunternehmen, welche Wearable-Devices und -Konzepte entwickeln, mal abgesehen, finden weder der Begriff noch die Geräte an sich bisher grosse Verbreitung in Unternehmen. Bislang zeigen wenige Beispiele, was bereits heute möglich ist - und wo die Reise hinführen könnte. So ist Logcom aus Deutschland mit Picavi gemäss eigenen Aussagen das erste Unternehmen weltweit, das Pick-by-Vision, die Kommissionierung mit Datenbrillen, von einer Vision zur marktreifen Lösung für die Intralogistik entwickelt hat. Airbus arbeitet schon länger in der „Factory of the Future“ – wo verschiedene Wearables in der Produktion zum Einsatz kommen – und auch kanadische Mineure sind zum Teil schon mit Smart Watches ausgestattet. Dennoch sind viele Anwendungsfälle im Unternehmenskontext erst in der Entstehung. Google und Novartis arbeiten seit langem an einer smarten Linse für Diabetiker. Microsoft hat soeben sein "Mixed-Reality-Device" HoloLens lanciert und Intel plant mit dem Mini-Chip „Curie“ alles Denkbare und Undenkbare mit Intelligenz auszustatten. Umgesetzte Anwendungsbeispiele von Wearables sind bislang jedoch in erster Linie im Bereich Gesundheit und Fitness zu finden. Intelligente Armbänder beurteilen auf Grundlage von verschiedenen Biofaktoren (z.B. Schweissanalyse, Herzschlag) den Gesundheitszustand des Users, Fussballer laufen mit smarten Westen auf den Platz und Hobbysportler "professionalisieren" ihr Training mithilfe der neuesten smarten Self-Tracker.

 

Wie sich solche Anwendungen auf den Unternehmenskontext übertragen lassen, muss sich erst noch zeigen. Aus diesem Zusammenhang erschliessen sich für unsere Forschung zwei Potenziale: Einerseits gilt es ein einheitliches Begriffsverständnis zu Wearables zu finden. Die Herausforderung hierin dürfte in der begriffsscharfen Abgrenzung zu anderen Geräten liegen - Ist beispielsweise die Body Cam, welche Zürcher Stadtpolizisten schon bald pilotweise am Körper tragen sollen ein Wearable? Andererseits ist das Potenzial von Wearables im Unternehmen weiter zu eruieren und Herausforderungen in der Umsetzung innovativer Wearable & Mobile Business Solutions sind zu identifizieren. Mit unserer laufenden Studie zu „Mobile Connectivity im Unternehmen“ (u.a. auf Grund des oben aufgezeigten Konflikts nicht „Wearables im Unternehmen“) machen wir einen Schritt in diese Richtung. Die ersten Resultate werden im Rahmen unserer Forschungskeynote am 5. St.Gallen Mobile Business Forum vorgestellt (01. Juni 2016, Hotel Einstein). Bis Wearables aber tatsächlich ihren Platz im Unternehmen gefunden haben, gibt es für alle Stakeholder noch einiges zu tun.

 

Bild: Egoperspektive mit der Datenbrille von Picavi (www.picavi.com)

Sich per App wertvolle Offline-Zeit verschaffen – kein Widerspruch

Mittwoch, 13. April 2016
von Andrea Back in der Kategorie Enterprise 2.0 | 1 Kommentar

 

Würde mich, Andrea Back, jemand fragen, was meine Management-Leitlinie für einen grösseren Betrieb wäre? Ich würde sagen, Weglass-Management und bei der Arbeitstechnik nicht so umständlich tun und damit unnötig Zeit verlieren. Ein Unternehmer-Freund von mir bringt das anders auf den Punkt: Seine Managementlehre heisst 2ease. Hier kann man sich lesend in sie vertiefen.

 

Ein guter Einstieg ist in der Mitte der Reiter „SelbstManagement“, und dort aktuell die - kostenlose - SMoff App. Man kann sich damit trainieren, regelmässig off-line zu gehen und das Smartphone bewusst zur Seite zu legen, d.h. aus dem Hamsterrad der Alltags-To-dos und des E-Mail-Bombardements auszusteigen. Um was zu tun? Sich Zeit zum Voraus- und Nachdenken zu nehmen (Infoblatt zur SMoff App).

 

Bildquelle: 2ease.de

Unsere Linktipps im April

Mittwoch, 13. April 2016
von Andrea Back in der Kategorie Leseempfehlungen | 0 Kommentare

Wenn Web-Tracker Menschen wären

Mit dieser Erzählung von J. Mattheij wird jedem klar, was die Web-Tracker-Software, die uns beim Surfen begleitet und personalisierte Werbung offeriert, eigentlich tut.

 

„Digitale Dividende“ bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die Weltbank sorgt mit ihrem Bericht „World Development Report 2016: Digital Dividends“ für Klarsicht und Überblick. Trotz vieler Erfolgsgeschichten der digitalen Technologien sei der positive Effekt für die Ärmeren bislang geringer als erwartet: http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12296:weltbank-bericht-digitale-dividende-bleibt-hinter-erwartungen-zurueck&catid=50&Itemid=84

 

Wenn ein Roboter roh behandelt wird, fühlt man wütend mit

Alphabet, die Holding-Gesellschaft von Google, verkauft ihre Roboter-Entwicklungsfirma Boston Dynamics (Bloomberg Video-Bericht). Es erstaunt zu sehen, was solche Roboter alles können, und wie man wütend mitfühlt, wenn sie ungerecht und grob behandelt werden: Sehenswert!

Digital Transformation Award 2016

Mittwoch, 13. April 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

 

Der Digital Transformation Award wurde 2015 gemeinsam von Crosswalk AG, dem Institut für Wirtschaftsinformatik und Best of Swiss Web ins Leben gerufen. Im Rahmen der Best of Swiss Web Award Night am 07. April 2016 wurde der Award nun gleich an zwei Unternehmen verliehen: Die Schweizerische Post und Medela AG wurden für die grössten Digital-Fortschritte ausgezeichnet. Der Award basiert auf der Online-Umfrage "Digital Maturity Check", welche am Lehrstuhl von Prof. Dr. Andrea Back entwickelt wurde. 

 

Die Medela AG baut im Rahmen ihrer langfristigen, vom VR und der GL getragenen digitalen Transformation, die qualitativen Beziehungen zu ihren Kundinnen aus. Zudem vereinfacht und standardisiert das Unternehmen seine B2B- und B2C-Vertriebsprozesse auf einer zentralen Plattform. Mit Blick auf die kundenzentrierte und global ausgerichtete konsequente Transformation verleiht die Jury dem mittelständischen Unternehmen Medela den «Swiss Digital Transformation Award».

 

Diesen Preis erhält auch ein grosser Konzern: die Schweizer Post. Das Unternehmen hat in den letzten Monaten im Bereich Digitale Transformation signifikante Fortschritte gemacht. Dies sowohl bezüglich neuen und innovativen Lösungen an den verschiedensten Schnittstellen zum Endkunden, wie zum Beispiel dem neuen Bezahlsystem TWINT, oder dem neuen Online-Portal oder den autonom fahrenden PostAuto Shuttles; aber auch bezüglich der konzerninternen Digitalisierung, etwa der Ausrüstung von 20’000 «Pöstler» mit mobilen Android-Geräten.

 

Mobile Business Best Practice Award

Montag, 11. April 2016
von Elsy Zollikofer in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

Im Rahmen des Mobile Business Forums wird auch dieses Jahr wieder der Mobile Business Best Practice Award verliehen. Ausgezeichnet werden nicht primär funktionale Applikationen, sondern die Anwendung von Mobile Business Solutions zur Unterstützung von Geschäftsprozessen im Unternehmenskontext.

 

Bis zum 22. April können Sie sich für den Mobile Business Best Practice Award bewerben! Der Award ist für Unternehmen aus Industrie, Handel und für Dienstleister aus dem DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) offen. Auch Beratungsunternehmen und Agenturen können ein Kundenprojekt einer Mobile Business Solution einreichen.

 

Alle Informationen und die Einreichungsunterlagen finden Sie hier.

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Prof. Dr. Andrea Back

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