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Digitale Nomaden - Ein Erfahrungsbericht aus Tallinn

Montag, 12. September 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Digital | 0 Kommentare
 
Wie kann eine Kombination von Arbeit und Urlaub funktionieren? Wie schafft man sich ausserhalb des Büros ein inspirierendes und produktives Arbeitsumfeld? Zu diesen Fragen durfte ich in diesem Sommer während drei Wochen "Workation" in Tallinn einige Erfahrungen sammeln. Als Doktorandin hat man immer seine eigene Forschung mit im Gepäck und freut sich daher über eine Zeit, in der man andere Dinge ausblenden und sich nur der Dissertation widmen kann. Damit dies funktioniert benötigt man mehrere Dinge: 
 
 
Am wichtigsten ist ein ungestörter Arbeitsplatz. Während man in Kaffeehäusern viele Menschen mit Laptops sieht, hat dies für mich über einen längeren Zeitraum hinweg nicht funktioniert. Zum Lesen oder für kleinere Aufgaben ging das problemlos. Für längere Aufgaben, die Konzentration erfordern, war für mich der Besuch in einem Coworking Space ideal. Dort findet man einen Arbeitsplatz, Strom und Internet, eine Kaffeemaschine und auch etwas sozialen Anschluss. Die Tatsache, dass man nicht allein im Home Office am Schreibtisch sitzt, sondern mit anderen Menschen zusammen ist, machte für mich einen grossen Unterschied. Wenn dazu noch ein schöner Ausblick kommt - umso besser. 
 
 
Für digitale Nomaden ist Zeitaufschrieb nicht wirklich machbar. Eine klare Aufgabendefinition und Zielsetzung, was man erledigen möchte, ist daher unerlässlich. Denn häufig habe ich mehrere kürzere Zeiträume am Tag gearbeitet statt beispielsweise einen halben Tag am Stück. Gewisse Rüstzeiten kommen da hinzu, wenn man sich jedes Mal neu in eine Aufgabe hineindenkt. Daher hilft es, wenn man sich an den Aufgaben und Zielen, die man erledigt haben möchte, orientiert und nicht an der Zeit, die man am Schreibtisch verbringt. 
 
Insgesamt fand ich den Aufenthalt in Tallinn sehr spannend und inspirierend. Estland ist übrigens was digitale Transformation angeht ein Vorreiterland. Mit der e-Residency verfügen die Esten als einzige Nation der Welt über eine digitale Identität, die ihnen ermöglicht diverse Verwaltungsanliegen online zu erledigen. 

Erfolgreiche Praxisprojekte zu Mobile Business, Digitalisierung und Knowledge Management

Montag, 12. September 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Jedes Semester führen wir gemeinsam mit Studierenden und Unternehmenspartnern erfolgreich kurze Praxisprojekte durch. Die Ergebnisse aus dem vergangenen Semester können sich sehen lassen und daher möchten wir Ihnen diese kurz vorstellen: 

 

 

AbaClik - Wertbeitrag einer Mobile App 

Welchen Wertbeitrag liefert die AbaClik Mobile App bestehenden Abacus Kunden und wie lässt sich dieser sichtbar machen? Um dieser Frage nachzugehen, wurden Abacus Kunden, welche die Applikation bereits zu Testzwecken in Gebrauch haben, befragt. So wurden sowohl qualitative Vorteile herausgearbeitet, aber auch Anhaltspunkte für die quantitative Berechnung des Wertbeitrags in Erfahrung gebracht. Ergänzungen durch eingehende Literaturrecherchen dienten als Ergänzung zur Erstellung eines Tools für die individuelle Berechnung des Wertbeitrages für ein Unternehmen. Das Ergebnis der Arbeit ist ein Tool, welches im Verkauf direkt als Argumentationsgrundlage für den unternehmensspezifischen Nutzenbeitrag der Mobile App verwendet werden kann und Aufschluss über mögliche Ersparnisse und allenfalls nicht quantifiziertbare Vorteile geben soll.

 

 

Insurance Customer Interface ti&m

Das Projekt „Insurance Customer Interface“ analysiert Treiber der Digitalisierung in der Versicherungsbranche (Marktanalyse) und die damit einhergehende Veränderung der Kundenbedürfnisse. Im Rahmen von Experteninterviews werden Schlussfolgerungen aufgestellt. Anschliessend werden diese in einem Workshop mit Studierenden als Kundenfokusgruppe innerhalb verschiedener Szenarien durchgespielt. Basierend auf diesen Bausteinen werden Handlungsempfehlungen für etablierte Versicherer hinsichtlich ihrer digitalen Kundenschnittstelle abgeleitet.

 

 

 

Einführungs- und Betriebskonzept für eine neue Art von Knowledge-Software

Das Projekt „HSG-Brain“ analysiert die zur Einführung der Starmind-Software an der Universität St.Gallen relevanten Umweltfelder. Relevantes Endprodukt des Projekts ist ein Einführungs- und Betriebskonzept, das zugleich umfassend wie auch bereit für die Realisierung ist. Rahmenwerk und Vorgehen im Kontext des Projekt bilden die Projektmethodik HERMES, der Business Model Canvas von Osterwalder & Pigneur sowie die Kombination aus dem Szenarioansatz und Nutzwertanalysen.

 

 

Forschungsaktivitäten zum Thema "Mobile" an Schweizer Universitäten und Hochschulen 

Welche Personen der Forschungslandschaft Schweiz befassen sich aktuell mit dem Thema «Mobile»? Wo liegt ihr Fokus, welche Mittel werden hierfür aufgewendet und wie erfolgt der Transfer in die Wirtschaft? Um einen Überblick über die Forschungsaktivitäten zu gewinnen, wurden systematisch Personen aller Universitäten und Fachhochschulen der Schweiz gesucht, welche sich aktuell mit diesem Thema befassen. Hierfür wurde der Begriff «Mobile» eigens definiert und abgegrenzt. Die gefundenen Personen wurden kontaktiert und nach deren Aktivitäten, den allozierten Ressourcen und dem Transfer in die Wirtschaft befragt. Die bestätigten Kontakte wurden in eine simulierte App übertragen, welche neben der Datenbankfunktion beispielsweise auch zum Austausch aktueller Forschungsergebnisse oder dem Organisieren von Events ausgeweitet werden könnte.

 


 

Mobile Office - Welche Apps braucht man zum mobilen Arbeiten?

Freitag, 9. September 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

 

Kaum einer von uns wird seine kompletten Arbeitstage am Smartphone verbringen. Aber es gibt viele Apps, die es einem leichter machen, auch von unterwegs seine Aufgaben zu erledigen und beispielsweise Reisezeit produktiv zu nutzen. Diese Aufstellung von Jonathan Openshaw von "The Future Laboratory" listet einige nützliche Apps für das mobile Arbeiten auf

 

Image Copyright Samsung Electronics Switzerland, http://www.samsung.com/ch/news/picturelibrary.html

Digital Transformation und Mobile Payment - Neue Publikationen am Lehrstuhl

Freitag, 9. September 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

 

In den vergangenen Monaten haben die Lehrstuhlmitarbeiter eine Reihe an Artikeln zu den Themen "Digital Transformation" und "Mobile Contactless Payment" publiziert:  

 

In der Zeitschrift „Die Unternehmung“ erschien der Artikel „Gestaltungsbereiche der digitalen Transformation von Unternehmen: Entwicklung eines Reifegradmodells“ von Sabine Berghaus und Prof. Dr. Andrea Back. In diesem werden der Erarbeitungsprozess und die Dimensionen des Digital Maturity Models erklärt, welches Grundlage der jährlichen Digital Maturity & Transformation Studie ist. 

 

Ein Literaturreview zum Thema „The Fuzzy Front-End of Digital Transformation“ von Sabine Berghaus erschien in den Proceedings der Bled eConference. Darin untersuchte die wissenschaftliche Mitarbeiterin die Berücksichtigung der Anfangsphase von Transformationsprojekten in der Forschung verschiedener Disziplinen. 

 

Dr. Mario Silic, Post Doc Mitarbeiter am Lehrstuhl, veröffentlichte gemeinsam mit Prof. Dr. Andrea Back im Journal of Global Information Management (JGIM) die Forschungsergebnisse einer Fallstudie bei Cytizi, einem französischen Anbieter für Mobile Contactless Payment. Darin werden Voraussetzungen in der Organisationskultur für die von Mobile Contactless Payment untersucht. 

 

Die Ergebnisse der diesjährigen Digital Maturity & Transformation Studie wurden kürzlich in einer gemeinsamen Publikation von Sabine Berghaus und Andrea Back auf der Mediterranean Conference on Information Systems unter dem Titel „Stages in Digital Business Transformation“ publiziert. 

 

Wenn Sie Interesse am Volltext dieser Publikationen haben, dann kontaktieren Sie gerne die jeweiligen Autoren. 

Kolumne: Von wegen Kundenzentriertheit - Wie verlogen ist das denn?

Mittwoch, 15. Juni 2016
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Das Mantra der digitalen Innovation ist die Kundenzentriertheit. Produkte und Services sind unter der Maxime User – Use - Utility zu entwickeln. Einfachheit und ein tolles Kundenerlebnis müssen sein, sonst hat man in der digitalen Transformation schon verloren. Das lehren wir auch bei uns im Masterprogramm Business Innovation.

 

Mein Kundenerlebnis als Webbürger fühlt sich aber irgendwie anders an. Klar, es wird fieberhaft daran gearbeitet, mir alle Barrieren auf der Online-Einkaufsmeile aus dem Weg zu räumen. Mit so wenig Klicks wie möglich soll ich zur Bedürfnisbefriedigung per Kauf kommen. Fein - nichts dagegen. Aber wenn es ans Preisetikett geht, hört es mit der Einfachheit und dem Kundenerlebnis auf; es kehrt sich ins Gegenteil. Das kommt vom Yield-Management, eine Begriffsprägung ganz aus der Optik der Geschäftsmodell-Betreiber, nicht der Kunden, die es wohl eher systematische personalisierte Preisbenachteiligung nennen würden. Beispiele gefällig?


Es heisst, wenn ich mit einem teuren Handy surfe, dann kriege ich das Produkt zu einem höheren Preis angezeigt, als jemand, der mit einem Billighandy surft. Wenn ich schon mal auf Buchungsseiten Flüge sondiert habe, und komme später entscheidungsbereit darauf zurück, dann erkennt mich die Plattform als schon mal Dagewesene und macht den Preis höher – Personalisierung, mit freundlichem Gruss. In Finanztipp-Heftchen liest man, bei welchen Anbietern man kündigen sollte, weil man dann ein günstigeres Angebot bekommt.

 

Wie ist in dieser Welt mein Kundenerlebnis? Wann immer ich auf einen Button „Kaufen“ drücke, bin ich gestresst vom Gefühl, um den besseren oder „eigentlich normalen“ Preis betrogen worden zu sein, weil ich keine Zeit hatte, mich mit der Komplexität auseinanderzusetzen. Ich fühle mich schlecht, denn ich bin gewohnt, Entscheidungen gut informiert zu treffen, was aber immer schwerer gemacht wird. In mir regt sich ein Wutbürger, denn die Orientierung im Preisdickicht stiehlt persönliche Zeit, das Wertvollste überhaupt. Und heisst es in den Slogans nicht, die ganzen digitalen Innovationen seien dafür da, dem Menschen Zeit zu sparen und unangenehme Arbeiten abzunehmen?

 

Weiteres Futter bekommt mein innerer Wutbürger durch die mit Kundenkarten ausgeübten Nudging-Strategien, in moderner Form noch digital angereicht mit Gamification, sprich Belohnungs-Badges, die mich zum zwangsweisen Stammkunden machen wollen. Das trübt die Freude an der Multioptionswelt und dem freien Willen, in jedem Moment spontan das Naheliegende wählen zu können.

 

Wie sehen Sie das alles? Ich jedenfalls empfinde es schon als beschönigend, da von „User Interface Design“ zu sprechen und als lügnerisch, diese Gestaltungen kundenzentriert zu nennen.

(Fortsetzung folgt: Der User als Netzlaborratte für A/B Testing sowie User Interface Design, das sich als digitales Fallenstellen versteht, um Adressbücher zu erbeuten.)

 

Bildquelle: http://www.mansioza.com/2014/03/lost-way-in-pretending.html

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Prof. Dr. Andrea Back

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