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Die Webdienstgeister, die ich rief...

Montag, 15. Dezember 2014
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 1 Kommentar

... wie werde ich sie bloss wieder los? In meinem Forschungssemester hat sich zwar die Anzahl der Arbeits-Mails reduziert, aber dafür macht sich eine neue Spezies in meinem Eingangsordner breit. Diese Mails stammen von den vielen für meine Reisen und Aufenthalte hilfreichen Webdiensten. Da kommt ganz schön was zusammen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zum Beispiel die Fluggesellschaften mit ihren Meilenbonusprogrammen, Autovermietungs- und Hotelbuchungsportale, Webdienste für die private Wohnungsvermietung ebenso wie die von gewerblichen Wohnungsmaklern, Online-Einkaufszentren und Bewertungsportale. Und die alle sind ganz schön geschwätzig. Andauernd machen sie mir Angebote, die ganz und gar nicht meine Bedürfnisse widerspiegeln, erzählen mir, was andere bei ihnen für Schnäppchen gemacht haben, oder weisen mich darauf hin, dass jemand auf meine Social-Media-Äusserung reagiert hat.
 
Man fühlt sich regelrecht verfolgt, aber hat dem ja durch die Weitergabe der E-Mail Tür und Tor geöffnet. Sogar wenn man in einem ganz normalen physischen Laden einkauft oder wie beim Telekom-Anbieter am Selbstbedienungsautomaten sein Prepaid-Telefon auflädt, wird man gefragt: wollen Sie den Kassenzettel per Mail zugesandt haben? Dann bitte hier die E-Mail eingeben. NEIN - will ich nicht!
Natürlich hätte ich mir für all das eine eigene E-Mail-Identität zulegen können, für die ich dann einfach den Ausknopf hätte klicken können, aber wer hätte gedacht, dass es so viele Webdienste werden würden? Mein Tipp: Machen Sie es besser. Es ist nämlich ziemlich aufwendig, in jedem einzelnen Dienst erst mal die Preferences oder die Möglichkeit fürs Löschen des Accounts zu finden oder zumindest bei den E-Mail-Abonnements, wo es geht, NEIN anzukreuzen.Trotz der Nerven, die mich die Segnungen des modernen Web gekostet haben, bin ich insgesamt natürlich enorm dankbar dafür, wie einfach man so seine Anliegen organisieren kann. In einer Aus- oder besser Anderszeit kann man sich von vielem abnabeln, aber definitiv nicht vom Internet, ist jedenfalls mein Fazit.
 
Ich habe hier in den USA auch die Erfahrung gemacht, dass man sich auf leistungsfähigen Internetzugang und WLAN-Verfügbarkeit absolut verlassen kann. Das kann man selbst von guten Unterkünften in Zentraleuropa nicht behaupten. Selbst im Baumhaus, an der abgelegenen Nordküste von Oahu, hat man Internet. Und im  Volcano Nationalpark, wo eine Holzhaussiedlung keinen Anschluss an zentrale Wasserversorgung hat und man das Regenwasser auffängt, sind schnelles Internet und WLAN selbstverständlich. Das wünsche ich mir auch hierzulande. Und dann habe ich noch einen Weihnachtswunsch an die Technik: Bitte endlich ein Gerät, auf dem man Websites - nicht nur Buchseiten - auch im Tageslicht der freien Natur lesen kann. 
 
Artikelbild von William Beutler, lizenziert unter CC BY 2.0

Aktuelle Studie zu Digital Maturity

Freitag, 12. Dezember 2014
von Sabine Berghaus in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

 

Gemeinsam mit der Strategieberatung Crosswalk und Best of Swiss Web haben wir die Swiss Digital Transformation Initiative lanciert. Im Rahmen dieser Initiative führen wir noch bis Ende Januar eine Studie zum Thema "Digital Maturity" durch. Unter www.digital-maturity-check.ch können Sie an der Umfrage teilnehmen. Die Ergebnisse stehen ab März zur Verfügung. 

 

Unternehmen aller Branchen stehen seit geraumer Zeit vor der Herausforderung, sich strategisch an die neue digitale Realität anzupassen und zu diesem Zweck Strategie, Geschäftsmodell und Kultur des Unternehmens zu überprüfen. Unterlässt eine Organisation diesen wichtigen Schritt, verliert sie ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Das Navigieren in diesem sich schnell verändernden, hoch technologischen Umfeld ist allerdings herausfordernd. Mit der «Swiss Digital Transformation Initiative» entsteht ein eigentlicher «Werkzeugkasten», der es Unternehmen erlaubt, die digitale Transformation anzustossen, zu gestalten und voranzutreiben.  
 
Mehr über die Aktivitäten der Initiative erfahren Sie unter www.sdti.ch. 

Online Self-Assesments an Universitäten

Freitag, 12. Dezember 2014
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Die schweizerischen Universitäten ächzen unter den steigenden Studentenzahlen. Jedes Jahr melden sich mehr neue junge Leute voller Hoffnung an einer der zwölf Bildungsanstalten an. Viele merken allerdings ziemlich schnell, dass sie nicht ganz die richtige Studienwahl getroffen haben und nicht wenige brechen das einst so toll erscheinende Studium nach den ersten Semestern wieder ab.

 

Die schweizerische Bildungslandschaft kennt ausser der Maturität keine Zulassungsvoraussetzungen, so ist die oben genannte Entwicklung kaum erstaunlich. Dass die Studierenden, die sich in der Studienwahl irren, die Infrastruktur und die Finanzen der Hochschulen belasten, ist dabei eine logische Folge.

 

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben in letzter Zeit einige Universitäten begonnen, auf sogenannte Online-Self Assessments zu setzen. Es handelt sich dabei um eigens für die Evaluation der kognitiven und persönlichen Fähigkeiten entwickelte Fragebögen, die den Studieninteressierten helfen sollen, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Die Universitäten Freiburg und Zürich gehören hier zu den Vorreitern. Potenzielle Mediziner und Psychologen können hier noch, bevor sie einen Fuss in die Universität gesetzt haben, herausfinden, ob sie das notwendige Rüstzeug für ein solches Studium mitbringen. Getestet werden beispielsweise bei den Medizinern auch die emotionale Stabilität und das Durchhaltevermögen bzw. Organisationsfähigkeit eines Kandidaten.

 

Die Verantwortlichen erhoffen sich so, die überfüllten Hörsäle ein wenig entlasten zu können. Dies ist ein wunderbares Beispiel, wie mit modernen Evaluationstools ein konkretes Problem im Alltag gelöst werden kann. Dass Online Self-Assessments kein Allheilmittel sind und keineswegs die klassischen Entscheidungshilfen ersetzen können ist aber auch klar, handelt es sich dabei doch nicht um eine grundlegende psychologische Analyse, sondern eben um eine Art erste Hilfe.

 

Zumindest aber diejenigen, die im ins Auge gefassten Studium ganz fehl am Platz wären, werden dadurch möglicherweise aussortiert, so dass mehr Ressourcen für die motivierten und engagierten Erstsemestler/-innen zur Verfügung stehen.

 

Artikelbild "Hanover Institute Inorganic Chemisty Lecture Hall" von ChristianSchd, lizenziert unter CC BY-SA 3.0.

Codecademy: Schlüssel zu mehr Erfolg?

Freitag, 12. Dezember 2014
von Ivan Marijanovic in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

Digitales scheint heutzutage alles zu durchdringen: unsere Kalender und Agenden hat es verdrängt, ebenso unsere Notizblöcke und Diktiergeräte – von digitalen Verzeichnissen, Datenbanken, elektronischen Bibliotheken und vielem anderen mehr. Da verwundert es nicht, dass der Umgang mit der digitalen Welt in der heutigen Arbeitswelt nicht nur gefragt, sondern geradezu erwartet und als selbstverständlich vorausgesetzt wird. 

 

Doch nicht nur das blosse Bedienen von Tools und Gadgets ist gewünscht. Immer mehr ist es so, dass auch vertiefte Kenntnisse im Bereich Programmieren gefragt sind. Vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und seien sie fachlich noch so qualifiziert, läuft es bei diesem Gedanken kalt den Rücken hinunter. Doch auch ihre unmittelbaren Nachkommen – die sogenannten Digital Natives – weisen in der Regel kaum vertiefte Kenntnisse im Programmieren auf.

 

Glaubt man den Machern von Codecademy, soll es äusserst einfach sein, sich grundlegende Fertigkeiten im Programmieren anzueignen. Dabei wird ein strikter Leaning-by-doing-Ansatz verfolgt: der Nutzer kann zuerst mit dem Erstellen einer Website auf der Basis von HTML und CSS anfangen. Das garantiert einen grossen „Wow-Effekt“ und wirkt motivierend.

 

Danach lassen sich diese Grundlagen systematisch vertiefen. Verschiedene Programmiersprachen lassen sich in mehreren Kursen erlernen und so die Kenntnisse festigen. Das Angebot kann sich in der Tat sehen lassen: von HTML & CSS über Javascript bis hin zu Python oder PHP wird so einiges zur Verfügung gestellt.

 

Dies klingt zwar toll und überzeugt auch in der Praxis mit guter Handhabung und angemessenem Lernerfolg. Zwei Probleme bleiben dabei aber. Erstens ist ein hohes Mass an Selbstdisziplin und Zeit gefragt, denn schon alleine der erste Basiskurs in HTML & CSS dauert mindestens drei Stunden. Zweitens liegt das Problem in der Anerkennung der mit Codecadamy erlernten Fähigkeiten.

 

Während das Tool in der Internet-Community doch ein gewisses Ansehen besitzt, ist fraglich, inwieweit es in der „realen“ Arbeitswelt bekannt ist und vor allem auch anerkannt wird. Allein, weil jemand einen Codecademy-Kurs gemacht hat, wird er womöglich nicht eingestellt, kann aber sicherlich einen Mehrwert bieten – sei es auch nur als Gesprächsthema während eines Interviews.

 

 

Big Brother is listening?

Freitag, 12. Dezember 2014
von Ivan Marijanovic in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

 

 

Der Internet-Gigant Amazon stellte kürzlich seine neuste Innovation vor: Echo. Es soll Amazon-Kunden wie ein Assistent im Alltag zur Seite stehen. Doch ist das wirklich alles?

 

Amazon Echo ist Mikrophon und Lautsprecher in einem. Glaubt man dem Vorstellungsvideo sind seine Möglichkeiten nahezu unbegrenzt: Ob eine Einkaufsliste schreiben, einen Wecker stellen oder Musik spielen: Echo kann fast alles, was ihm gesagt wird.

 

Was bezweckt nun das Unternehmen damit? Es geht darum, den Kunden besser zu kennen. Das digitale Warenhaus soll direkt im Wohnzimmer sein und mitdenken. Der Hintergedanke ist dabei stets, dass z.B. die benötigten Artikel von der Einkaufsliste bei Amazon selbst bezogen werden.

 

Nicht bei wenigen weckt die Vorstellung eines allwissenden und vor allem „allhörenden“ Geräts in ihrem Wohnzimmer zwangsläufig Assoziationen mit George Orwells berühmtem Werk. Doch Amazon beschwichtigt: natürlich hört Echo nur hin, wenn die Nutzerin oder der Nutzer dies möchte. Konkret bedeutet das, dass die Funktionen von Echo nur zur Verfügung stehen, wenn das „wake-word“ („Alexa“) vorgängig gerufen wird.

 

Doch gibt es eine Garantie, dass Amazon nicht trotzdem zuhört? Patrick Moorhead von Forbes glaubt kaum daran. Dies ist aus datenschutzrechtlicher Sicht in Europa und der Schweiz äusserst problematisch und könnte Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit des Geräts nach sich ziehen. Abgesehen davon scheint es, dass Amazon mit Echo möglicherweise zu viel gewollt hat.

 

Es ist kaum vorstellbar, dass sich Personen sozusagen freiwillig einer möglichen Beschneidung ihrer Privatsphäre unterziehen werden. Das Produkt befindet sich aber nach wie vor erst in einer (relativ ausgereiften) Testphase. Es bleibt daher abzuwarten, ob und in welchem Umfang es sich auf dem Markt zu etablieren weiss.

 

Artikelbild "Amazon Warehouse" von ScotishGovernment, lizenziert unter CC BY-SA 3.0 .

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Prof. Dr. Andrea Back

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