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Kolumne: Lesersicht - ein Buch ist Werkstoff, nicht Werk

Freitag, 15. April 2016
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Kürzlich wollte ich mir zwei aktuelle Bücher besorgen. Offliner: Die Gegenkultur der Digitalisierung und Update! Warum eine digitale Gesellschaft ein neues Betriebssystem braucht, beide im Stämpfli-Verlag erschienen. Autor ist Cachelin. Für mich ist das Fachliteratur. Deshalb hätte ich die Bücher gerne in digitaler Form gekauft, damit ich sie mit meinen digitalen Werkzeugen bearbeiten kann: Markieren, ausschneidend Passagen sammeln, einfügen in meine Texte - mit Zitat natürlich, Notizen anbringen usw. Es gibt sie aber nur gedruckt, und so entschloss ich mich, beim Verlag anzufragen (ohne mit einem Ja zu rechnen): "... Gibt es eine Möglichkeit, die Bücher in einem digital lesbaren Format zu beziehen? PDF wäre auch o.k., muss nicht ePub sein. Würde auch einen Aufpreis dafür zahlen, da ich mit digitalen Texten effektiver lesend arbeiten kann."

 

Eine sehr nette Antwort traf umgehend ein: "Leider gibt es die beiden Produkte (ganz dem Motto "Offliner" verpflichtet) nur als Printausgaben."

 

Nun, die Nachfrage war mir wirklich ein Anliegen - ich wollte nicht sticheln. Dieses Zitat sagt es ja treffend: "Ein Buch ist eine Zusammenarbeit von demjenigen, der liest, und dem, was gelesen wird". Ein Text im Arbeitsumfeld ist für mich deshalb Werkstoff, wie eine Farbpalette für einen Maler. Was ich zum Thema vorab weiss, ist in meinem Kopf wie eine Seite eines Ausmalbuchs, die ich beim Lesen ganz individuell koloriere. Aus Sicht von Autor und Verlag ist das Buch dagegen ein Werk, ein geschütztes Ganzes.

 

Hmmm, ich kam dann ins Sinnieren. Angenommen, jemand will eine Bibel kaufen; dann bekäme er die passenderweise nur als Schriftrolle. Und wer sich in die antike ägyptische Kultur einlesen möchte, darf sich vor Ort in einem Hotel einmieten, denn die Steintafeln mit den Hieroglyphen kann man sich ja schwerlich unter den Arm klemmen und mit nach Hause nehmen. Nur gut, dass sich diese Logik nicht durchgesetzt hat. Eine andere Sichtweise ist, diese digital-kritischen Bücher als Kunstprojekt zu sehen, als Statement zur Einheit von Inhalt und Form. Nur ist es dann nicht ein wenig halbherzig? Denn auf digitale Verkaufskanäle wie Amazon, Buch.de u.a. wird nicht verzichtet.

 

Jetzt bin ich also doch zum Sticheln übergegangen, aber das Buch kann ja nichts dafür. Ich will die Lektüre unvoreingenommen und frohen Mutes angehen. Deshalb habe ich mir passend zur Papieranmutung ein physisches, haptisch gewichtiges Buchzeichen gekauft. Eine Anspielung auf die Moderne musste dabei dann doch sein. Wie im Foto zu sehen, ist das Lesezeichen ein herziger humanoider Roboter; beide vertragen sich gut.

Wearable - Ein Begriff aus der Forschung für die Forschung

Donnerstag, 14. April 2016
von Bruno Zanvit in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

 

Eine Umfrage bei 1003 Personen, durchgeführt im Januar 2016 von TNS Infratest, hat ergeben, dass 86% der Befragten den Begriff „Wearables“ nicht kennen. Gerade mal 8% ist der Name bekannt, und lediglich 5% können den Begriff beschreiben. In unserem Artikel in der IT-Business haben wir den Begriff in den Kontext gesetzt. Wearables sind in erster Linie über eines definiert: Sie werden am Körper getragen. Weitere, oft im akademischen Kontext verwendete Merkmale sind; sie sind immer verbunden, erlauben eine Interaktion mit dem Gerät, ohne dass man dafür seine Hände benötigt, dienen mehreren Zwecken und fallen in der finalen Form beim Tragen nicht als Technologie auf.

 

Auch wenn den Befragten der Studie der Begriff Wearable nicht bekannt ist, sind gemäss einer Umfrage der deutschen Versand-Apotheke Aponeo drei Viertel (76%) der Menschen in Deutschland offen für die Verwendung von Wearables. Diese auf den ersten Blick nicht aufeinander passenden Aussagen lassen sich erklären und zeigen eine zentrale Herausforderung in der praxisorientierten Forschung zu den neuesten mobilen Technologien auf. Einerseits war das Resultat der zweiten Umfrage nur dadurch möglich, dass den Befragten der Begriff „Wearables“ umschrieben wurde. Andererseits zeigt sich, dass trotz des anhaltenden Aufschwungs von Smart Watches, Smart Wristbands, Smart Glasses etc. kein einheitliches Begriffsverständnis gegeben ist. Verkäufer und Konsumenten sprechen in der Regel vom Device oder der Geräteklasse an sich, ohne das Phänomen als Ganzes zu erfassen. Das ist natürlich völlig legitim. Dennoch ist die geringe Verbreitung des Begriffs aus Forschersicht erstaunlich, sind doch die ganzen Trend- und Techie-Seiten, die man sich täglich zu Gemüte führt, "zugemüllt" mit dem Begriff Wearable. Schaut man genauer hin, zeigt sich allerdings, dass ausserhalb dieser "Nerd-Blase" der Begriff oft nur in Kombination mit einer Umschreibung verwendet wird - oder Autoren komplett andere Begriffe verwenden.

 

Im Weiteren zeichnet sich für den Unternehmenskontext ein ähnliches Bild wie im Konsumentenmarkt. Von den ganzen Technologieunternehmen, welche Wearable-Devices und -Konzepte entwickeln, mal abgesehen, finden weder der Begriff noch die Geräte an sich bisher grosse Verbreitung in Unternehmen. Bislang zeigen wenige Beispiele, was bereits heute möglich ist - und wo die Reise hinführen könnte. So ist Logcom aus Deutschland mit Picavi gemäss eigenen Aussagen das erste Unternehmen weltweit, das Pick-by-Vision, die Kommissionierung mit Datenbrillen, von einer Vision zur marktreifen Lösung für die Intralogistik entwickelt hat. Airbus arbeitet schon länger in der „Factory of the Future“ – wo verschiedene Wearables in der Produktion zum Einsatz kommen – und auch kanadische Mineure sind zum Teil schon mit Smart Watches ausgestattet. Dennoch sind viele Anwendungsfälle im Unternehmenskontext erst in der Entstehung. Google und Novartis arbeiten seit langem an einer smarten Linse für Diabetiker. Microsoft hat soeben sein "Mixed-Reality-Device" HoloLens lanciert und Intel plant mit dem Mini-Chip „Curie“ alles Denkbare und Undenkbare mit Intelligenz auszustatten. Umgesetzte Anwendungsbeispiele von Wearables sind bislang jedoch in erster Linie im Bereich Gesundheit und Fitness zu finden. Intelligente Armbänder beurteilen auf Grundlage von verschiedenen Biofaktoren (z.B. Schweissanalyse, Herzschlag) den Gesundheitszustand des Users, Fussballer laufen mit smarten Westen auf den Platz und Hobbysportler "professionalisieren" ihr Training mithilfe der neuesten smarten Self-Tracker.

 

Wie sich solche Anwendungen auf den Unternehmenskontext übertragen lassen, muss sich erst noch zeigen. Aus diesem Zusammenhang erschliessen sich für unsere Forschung zwei Potenziale: Einerseits gilt es ein einheitliches Begriffsverständnis zu Wearables zu finden. Die Herausforderung hierin dürfte in der begriffsscharfen Abgrenzung zu anderen Geräten liegen - Ist beispielsweise die Body Cam, welche Zürcher Stadtpolizisten schon bald pilotweise am Körper tragen sollen ein Wearable? Andererseits ist das Potenzial von Wearables im Unternehmen weiter zu eruieren und Herausforderungen in der Umsetzung innovativer Wearable & Mobile Business Solutions sind zu identifizieren. Mit unserer laufenden Studie zu „Mobile Connectivity im Unternehmen“ (u.a. auf Grund des oben aufgezeigten Konflikts nicht „Wearables im Unternehmen“) machen wir einen Schritt in diese Richtung. Die ersten Resultate werden im Rahmen unserer Forschungskeynote am 5. St.Gallen Mobile Business Forum vorgestellt (01. Juni 2016, Hotel Einstein). Bis Wearables aber tatsächlich ihren Platz im Unternehmen gefunden haben, gibt es für alle Stakeholder noch einiges zu tun.

 

Bild: Egoperspektive mit der Datenbrille von Picavi (www.picavi.com)

Heutzutage ein Lehrbuch schreiben – ohne Design geht nix mehr

Donnerstag, 14. April 2016
von Andrea Back in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

 

Für die Herbst-Vorlesung „Management in the Digital Economy“ des Lehrstuhls IWI-Back sollte das zugehörige Buch in neuer, 4. Auflage herauskommen. Inhaltlich sind die Themen klar. Aber noch kein einziges Kapitel ist geschrieben. Warum? Es fühlt sich einfach nicht mehr so ganz richtig an, das Buch in der Form wie bisher zu schreiben, nämlich sehr textlastig. Und das ganze Procedere mit einem etablierten Verlag organisieren, das dauert Monate. Wichtiger aber die Frage: Lesen die Studierenden das überhaupt?


Sollte man auf das Buchformat ganz verzichten? Die Folien lassen sich ja zu einem Skript zusammenfassen.

Nein – das wäre jetzt auch nicht das Ei des Kolumbus. Im Foto sieht man einen Ausschnitt aus einem aktuellen Buch von IBM, das sich an junge Frauen richtet und sie zu Informatik-Berufen ermuntern will: „Geek Girls are Chic – Seven Career Hacks“. So was kommt wohl an, man sieht es öfters. Wie würden Sie denn die Gestaltung anpacken?

 

Bild: Screenshot aus dem PDF: https://www.ibm.com/

Auch ohne Twitter und ohne Account bei Vorträgen online mitdiskutieren

Donnerstag, 14. April 2016
von Andrea Back in der Kategorie E-Learning | 0 Kommentare

 

Twitter ist bei Jane Harts Top 100 Tools for Learning auf Platz 1. Auch wenn etwas schon gut funktioniert - wie auf einer Konferenz die Zuhörer über Tweets und die Hashtag-Filterung mitdiskutieren zu lassen - kann man es noch einfacher und besser machen. An der Uni St.Gallen fand kürzlich der (interne) Tag der Lehre statt. Zum Mitreden für alle war der Dienst sli.do, Audience Interaction Made Easy, eingerichtet. Internet-Verbindung und ein #event code genügen: schon kann es losgehen; und zwar anonym, was auch alle der Möglichkeit, sich mit Namen zu registrieren, vorzogen. Sehr bewährt hat sich die Funktion, dass digitale Wortmeldungen nach der Reihenfolge der „Gefällt-mir"-Klicks sortiert wurden. So wird demokratisch bestimmt, welche Fragen am wichtigsten sind. Diese bleiben immer oben im Stream und damit im Blickfeld. Was keine eigentlichen Fragen sind, können die Organisatoren als Anliegen der Zuhörer betrachten, die ihnen wirklich unter den Nägeln brennen. 

Neue Studie: Digital Maturity & Transformation Report 2016

Donnerstag, 14. April 2016
von Sabine Berghaus in der Kategorie Lehrstuhlnachrichten | 0 Kommentare

Die Universität St. Gallen und das Beratungsunternehmen Crosswalk haben erneut die digitale Reife von Unternehmen untersucht. Die zweite Auflage des „Digital Maturity & Transformation Report 2016“ zeigt: Grosse Unternehmen haben gegenüber dem Vorjahr deutlich aufgeholt, das Management interessiert sich stärker für die digitale Transformation und: Digital reife Unternehmen beurteilen die wirtschaftlichen Effekte ihrer Transformation positiver als weniger reife.

 

Die Digitalisierung der Geschäftswelt schreitet mit grossen Schritten voran, die regelmässige Überprüfung des eigenen Geschäftsmodells ist daher eine Notwendigkeit. Nichtsdestotrotz ist noch nicht allen Unternehmen klar, was es wirklich braucht, um im neuen digitalen Wettbewerb zu bestehen. Auch bezüglich der unternehmenseigenen digitalen Reife bestehen unterschiedliche Auffassungen. Bei dieser Problematik setzen das von der Universität St. Gallen (IWI-HSG) und dem Strategieberatungsunternehmen Crosswalk entwickelte „Digital Maturity Model“ und der darauf basierende „Digital Maturity Check“, eine Online-Befragung, an: Die beiden Instrumente ermöglichen Aussagen zur digitalen Reife eines Unternehmens und zeigen auf, wo Handlungsbedarf besteht. Bereits zum zweiten Mal haben die Universität St. Gallen, Crosswalk und Best of Swiss Web Unternehmen verschiedener Branchen eingeladen, an der Untersuchung teilzunehmen. Mit knapp 550 Personen konnten sie die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln – das Interesse an einer Standortbestimmung rund um das Thema Digitalisierung hat nochmals zugenommen.

 

 

Nun liegen die Ergebnisse, zusammengefasst im „Digital Maturity & Transformation Report 2016“, vor. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Grosse Unternehmen haben aufgeholt: Während im vergangenen Jahr Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitenden die höchsten Reifegrade erreichten, weisen grosse Unternehmen nun durchschnittlich die besten Werte auf.
  • Die digitale Transformation ist definitiv im Bewusstsein des Managements angekommen: Zwei Drittel der Befragungsteilnehmer sind auf Geschäftsleitungs- oder Abteilungsleiterstufe tätig.
  • Unternehmen aus der Kommunikations- und Informationsbranche sind am besten gerüstet – die Industrie hat weiterhin Aufholbedarf: Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie erreichen wie im Vorjahr nur niedrige Reifegrade.
  • Die Themen Prozessdigitalisierung und Customer Experience erhalten noch wenig Aufmerksamkeit: Die Reifegrade bei diesen Themen sind die niedrigsten der gesamten Untersuchung.
  • Digital reife Unternehmen beurteilen die Erreichung wirtschaftlicher Ziele positiv: Teilnehmer aus Unternehmen mit einem hohen Reifegrad zeigen sich bei der Einschätzung des Erfolgs der digitalen Transformation deutlich positiver als Umfrageteilnehmer von digital wenig reifen Firmen. 

Die zweite Auflage des Reports mit Informationen zum Modell, den Resultaten der Befragung inklusive branchenspezifischen Auswertungen und Handlungsempfehlungen kann kostenlos unter www.crosswalk.ch/dmtr2016 bestellt werden.

 

Alle Ergebnisse auf einen Blick sind auch in der folgenden Infografik zu sehen (klicken zum Vergrössern): 

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Prof. Dr. Andrea Back

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