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Kolumne: Nach 2 Büchern vom - und 4 Wochen im Silicon Valley

Dienstag, 18. April 2017
von Andrea Back in der Kategorie Kolumne | 0 Kommentare

 

Vier von meinen sechs Wochen im Silicon Valley sind um. Wie so viele vor und nach mir, will ich mit eigenen Augen sehen und verstehen, was so besonders an diesem Ort ist. Die Tage füllen sich durch Firmen und Events besuchen, Leute treffen und nicht zuletzt mit den zähen Stunden, um vom einen Ort zum anderen zu kommen.

 

Zeit und Musse für Lektüre bleiben kaum. Immerhin zwei Bücher habe ich doch gelesen. Das eine ist der Roman „Kraft“ (2017) von J. Lüscher. Darin geht es um einen deutschen Professor, der für die Vorbereitung seines Konferenzbeitrags an der Stanford Universität 4 Wochen ins Silicon Valley reist. Er will die 1 Million gewinnen, die ein reicher Technologieenthusiast für den besten Vortrag zum Thema „Theodicy and Technodicy: Optimism for a Young Millenium. Why whatever is, is right and why we still can improve it.” ausgelobt hat. Das andere ist ein Fachbuch mit dem selbsterklärenden Titel: „Decoding Silicon Valley: The Insider’s Guide“ (2016) von Messina und Baer. Beide übrigens lesenswert.¨

Was habe ich bislang gelernt? Auf jeden Fall eine Menge Vokabeln: Accelerator, Angel Investor, C-Corp, Company Building, Coworking, Incubator, Life-Style-Business, Pitchen, Product-Market-Fit, Startup-Ecosystem, Venture Capitalist, um nur einige zu nennen. Durch das persönliche Erleben braucht man nicht mal eine Flashcard-Memorizing-App dafür.

 

Von den ersten zwei Wochen stammen Notizen für drei Blogposts. Antwortskizzen auf die Frage, warum alle nach Silicon Valley drängen und warum man dasselbe nicht auch zu Hause erreichen kann. Auf der ersten Notiz steht: Airbnb, Amazon, Apple, Dropbox, Facebook, Google, Oracle, Salesforce, SAP, Tesla, Twitter, Uber, Yahoo, Yelp, Youtube usw. - alle hier. Und dazu Hunderte von Coworking Spaces mit Tausenden von Startups. Die schiere Dichte und Grössenordnung, DAS mit eigenen Augen zu sehen, brennt einem die mächtige Maschinerie des digitalen Fortschritts als unverdrängbar real ein. Zweitens meinte ein Oracle-Engineer (das Software vorm Ingenieur lässt man hier einfach weg), dass die Dekaden an Erfahrung mit Deep Technology im Silicon Valley einfach nicht aufholbar seien. Drittens, erklärte ein Vertreter der Trade Offices von Kanada, seien hier auf engstem Raum „alle“ Unternehmen der Welt versammelt; wenn man z.B. mit Samsung in Korea ins Geschäft kommen möchte, müsse man erst mal gar nicht dorthin, sondern könne hier mit Samsung-Leuten den Kontakt anbahnen. So kurze Wege und unkomplizierte Introductions könne man woanders nicht finden.

 

Ab der dritten Woche wird mir richtig klar, dass es hier ums fabrikmässige Produzieren und globale Ausrollen von Innovation durchs systematische Grossmachen von Startups geht, und natürlich ums Geld, das dabei verdient wird. Sehr eindrücklich, was in einem Videointerview Dr. Teller, der Captain der Moonshot Factory von Alphabet, in weniger als 3 Minuten zum Systematisieren von Innovation, über ein Problem der Academia, sowie zum Lernen, Gewinnen und was es dabei zu Feiern gilt, sagt (Udacity – 1. Highlight: Innovation).

 

Jetzt, in der 4. Woche, ist mir allerdings, als begreife ich gar nichts mehr. So wie im einen Buch der Professor Richard Kraft, der immer wieder auf seine schon in Kinderzeiten gewonnene Erkenntnis „Nichts ist einfach“ zurückgeworfen wird. Wie ich so durch die Strassen und Esslokale von Silicon Valley und San Francisco streife, denke ich, wie schmuddelig und schäbig doch vieles ist; die Infrastruktur sieht grösstenteils nach Entwicklungsland aus; in der Haight Street, wo früher fröhliche Hippies anzutreffen waren, hängen jetzt illusionslose junge Leute und Homeless herum. Ist das die Szenerie eines düsteren SciFi-Films? Wo sind sie denn, all die Milliarden, die hier verdient werden? Das kann doch irgendwie nicht sein, dass dies hier „das Zentrum der Welt, der Motor des Fortschritts, der Inkubator der Zukunft“ (Lüscher, S. 63) ist.

Im Roman kommt es übrigens nicht dazu, dass Kraft seinen Vortrag hält und wir die Antwort auf die Preisfrage erfahren. Es kommt auch für die grosse Mehrzahl der Startups nicht der Moment, wo sie die erhofften Exit-Millionen nach Hause tragen können. Und auch mir dämmert, dass ich in der nächsten Kolumne wohl nicht mit einer Kurz-und-einfach-Antwort zur Eingangsfrage aufwarten kann. 

 

Bildquelle: thehustle.co/silicon-valley-corporation

Augmented Worker - Reparatur einer Wärmepumpe mit der Hololens

Montag, 17. April 2017
von Vanessa Guggisberg in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

Am Stand von Swisscom am diesjährigen Start Summit, Konferenz für Studierende, Gründer und Investoren für Tech-Startups, durften wir selber in die Schuhe eines Fieldworkers treten und eine Wärmepumpe mithilfe einer Microsoft Hololens reparieren. Während wir untersuchen, wie Technologien in der, ja man könnte schon fast sagen "Post-App Era", zur Unterstützung von Mitarbeitenden genutzt werden können, kam die "hands on" Übung am Swisscom Stand genau richtig.

 

Spannend war, wie mittels Augenfokus mit der Hololens Brille interagiert werden kann. So kann der Fieldworker beispielsweise ein Handbuch-Menü öffnen, welches einem bei den Schritten zum Check bzw. Reparatur einer Wärmepumpe hilft. Unter anderem könnte man auch über die Brille Kontakt zu einem Experten aufnehmen, falls das digitale Handbuch nicht weiterhilft. Tricky war aber, den Steuerungspunkt mit den Augen so zu setzen, damit die Brille unser Vorhaben richtig interpretiert - so wie auch der Umgang mit dem Trackpad eines Laptops oder dem Touchsreen eines Smartphones gelernt sein will. Dennoch sehen wir dies als eine Art von Unterstützung für Fieldworker, die in Zukunft verstärkt zum Einsatz kommen dürfte: der "Augmented Worker", unterstützt durch moderne Technologien, Daten, Wearables oder mobilen Geräten und zukünftig auch maschinellem Lernen.

 

Der diesjährige Start-Summit fand am 24./25. März in St.Gallen unter dem Thema "be where innovation happens" statt. Die Konferenz wird jährlich von Studierenden der Universität St.Gallen (HSG) organisiert und hat zum Ziel, Studierende, Gründer und Investoren zusammenzubringen. Mit über 2'000 Teilnehmenden ist die Konferenz seit 1997 zu einer relevanten Veranstaltung in der Schweiz herangewachsen und hat mit START Global inzwischen europaweite Ableger.

Blockchain - mehr als nur Bitcoins?

Montag, 17. April 2017
von Vanessa Guggisberg in der Kategorie Mobile Business | 0 Kommentare

 

Mitunter eines der wichtigsten Themen des diesjährigen Start Summits, Konferenz für Studierende, Gründer und Investoren für Tech-Startups, war Blockchain. 

 

Das Thema wurde von mehreren Speakern aufgenommen (so zum Beispiel von Pamela Morgan in ihrer Keynote "Bitcoin, Blockchain, Smart Contracts: 20 minutes could change your life too") und Startups aus diesem Bereich waren mit Ständen präsent. Nach dem ersten Hype der Blockchain-Technologie durch Bitcoin wurden vermehrt Anwendungsfälle abseits der reinen "digitalen Währung»" adressiert. So lassen sich mit Smart Contracts in der etablierten Blockchain "Ethereum" (beheimatet im "Crypto Valley" im Kanton Zug) beispielsweise im Versicherungsbereich nach einem Ereignisfall automatisiert Dienstleistungen auslösen, beispielsweise die Polizei, Glaser oder Schlüsselmacher, und diese gleich auch abrechnen. Oder Löhne sowie die Nutzung von Gütern in einer Sharing Economy liessen sich mit Smart Contracts in Echtzeit, z.B. in Millisekunden, genau abrechnen. In Kombination mit künstlicher Intelligenz und Sensoren im Internet der Dinge ergeben sich hier eine Vielzahl von Möglichkeiten. 

 

Der diesjährige Start-Summit fand am 24./25. März in St.Gallen unter dem Thema "be where innovation happens" statt. Die Konferenz wird jährlich von Studierenden der Universität St.Gallen (HSG) organisiert und hat zum Ziel, Studierende, Gründer und Investoren zusammenzubringen. Mit über 2'000 Teilnehmenden ist die Konferenz seit 1997 zu einer relevanten Veranstaltung in der Schweiz herangewachsen und hat mit START Global inzwischen europaweite Ableger. 

Digital Twin - Was bringt eine virtuelle Vorlage am Beispiel Predictive Maintainance?

Montag, 17. April 2017
von Vanessa Guggisberg in der Kategorie Digital | 0 Kommentare

Eigentlich ist das Konzept eines “Digital Twin” gar kein neues: Gemäss Forbes gibt es den sogenannten virtuellen oder digitalen Zwilling schon seit 2002, aber erst durch das Aufstreben des Internet of Things bekam es eine grössere Bedeutung. Ein Digital Twin ist eine virtuelle Vorlage eines Prozesses oder Produktes, welches mit Daten (v.a. von Sensoren) gefüttert wird. So wächst das digitale Abbild mit der Produkt/Prozess-Entstehung mit. Digitale Twins erlauben, viele Szenarien innerhalb kürzester Zeit durchzuspielen, ohne dass teure Prototypen und High Fidelity Wireframes gebaut werden müssen. Das gleiche gilt auch für die Entwicklung oder das Verwerfen von Lösungsstrategien und zum Ausloten von Verbesserungsmöglichkeiten.

 

Ein wohl bekanntes Beispiel, wo ein Digital Twin sehr wertvoll ist (welches auch auf der Hannover Messe vom 24.-28. April 2017 ein Thema sein wird) ist “predicitive maintainance” - also die vorausschauende Wartung. Sensoren an Maschinen erfassen im Einsatz laufend Daten (sogenannte Kontrollwerte) und schicken diese in die dafür vorgesehene Cloud. Der Hersteller kann dadurch die Verschleisswerte, vor allem die Belastung und Verbrauchszyklen errechnen und schlussendlich Wartungen frühzeitig beauftragen, damit teure Reparaturen vermieden werden können. Aber welche Rolle spielen nun Digital Twins im Rahmen von Predictive Maintainance? Sie bringen das Verfahren auf ein neues Level, in dem die virtuellen Kopien der Maschinen ein vollumfängliches Verständnis der gesammelten Daten bringen und dadurch eine genauere Vorhersage ermöglicht wird. Digital Twins helfen also dabei, die Daten zu analysieren und zu deuten.

 

Bildquelle: Hannover Messe

 

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Prof. Dr. Andrea Back

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